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Strafe und Lohn der Elsternixe
Ein Schafknecht hatte, um den Nixen einen Schabernack zu spielen, ihre Wäsche am Schafstein unfern Großdraxdorf mehrmals verunreinigt. Den schlugen sie, als er's wieder einmal versuchen wollte, mit Blindheit, sodass er vom Felsen hinab in die Tiefe stürzte und in der Elster ertrank. - Einem Bauernlümmel zu Wilhelmsdorf ging es ähnlich. Die feine Wäsche der Saalenixe, die wie Baumblüte und frisch gefallener Schnee so rein auf der Wiese lag, hatte er mit dem Dreckpinsel besudelt. Dafür brach ihm die Nixe auf der Stelle den Hals. Dagegen ward einem Tagelöhner aus Frössen seine Hilfsbereitschaft reichlich gedankt. Sooft er nämlich abends an einem Wasser vorübermusste, traf er eine Nixe, die ihre Wäsche wusch. Sie rief ihm einmal zu, er solle ihr dabei helfen, es werde sein Schaden nicht sein. Er fragte aber erst seinen Beichtvater um Rat, und da dieser nichts dawider hatte und ihm nur riet, sich die Nixe nicht zu nahe auf den Hals kommen zu lassen, so zeigte sich der Tagelöhner das nächste Mal willfährig, half eine geraume Zeit und lud zuletzt zwei Radewellen voll Wäsche mit auf. Die klang dabei wie lauter dürre Blätter. "Fahr zu!", rief nun die Nixe. Er aber ließ sie voraus und sah bald, wie sie im Wasser verschwand, während er mit seiner Radewelle nach seiner Hütte fuhr. Sonderbar, die Wäsche war ihm so schwer geworden, dass er sie zuletzt kaum noch bis an Ort und Stelle brachte. Als er am anderen Morgen seiner Frau erzählte, was geschehen war, stand richtig die Radewelle noch vor seiner Haustür. Sie war aber nicht mit Wäsche, sondern mit Gold beladen. Rothe, 16. Jahresbericht d. voigtländ. altertumsforsch. Verein zu Hohenloiben |
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