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| Oberhalb des einstigen Zisterzienserinnenklosters Anrode entspringt ein kleines Bächlein, das in die Luhne mündet. Über die Entstehung der Quelle erzählt nachfolgende Sage: | ||||||||||||||
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Das Saubörnchen bei Anrode
51°15'31" N, 10°19'44" O, Alt. 354 m Einst herrschte ein solch heißer Sommer, dass alle Brunnen, Quellen und Bäche der Umgebung austrockneten. Es herrschte eine große Dürre im Land. Die Leute kamen von weither zum Bickenrieder Köhlersborn, der anfangs noch das lebensnotwendige Wasser spendete. Es dauerte nicht lange, da trocknete auch dieser aus. Nun mussten die Menschen 14 km bis zur Werra oder noch weiter bis zur Unstrut laufen, um einen Tropfen Leben spendendes Wasser zu bekommen. Mensch und Tier lechzten nach Wasser. Die Vögel versteckten sich vor der brennenden Sonne unter den Blättern der Bäume. Kein fröhliches Lied war mehr zu hören. Die Blumen ließen ihre Köpfe hängen und blickten matt und welk. Die Erde war geborsten und gerissen. In dieser harten Zeit befahl der Propst des Klosters Anrode seinem Schweinehirten, die Tiere in das trockene Bett der Luhne zu treiben, damit sie dort die zahlreich herabgefallenen Eicheln fressen konnten. Der Hirt folgte gerne dem Befehl seines geistlichen Herrn, denn im Flussbett boten ihm die am Ufer stehenden Eichen mit ihren weit überhängenden Zweigen hinreichend Schutz vor den Sonnenstrahlen. Auch die Borstentiere schienen sich bei dem ausgiebigen Nahrungsangebot wohlzufühlen. Nur die älteste und größte Sau ging immer wieder ihre eigenen Wege. Der Hirt hatte alle Mühe, sie immer wieder zur Herde zurückzubringen. Auf einmal rannte das Borstentier auf und davon; der Hirt mochte noch so locken, schimpfen und fluchen - es half nichts. Im wilden Schweinsgalopp lief das Tier schnurstracks zu jener Stelle am Waldesrand, die heute noch mit dichtem Hasel- und Dorngestrüpp verwachsen ist. Dort schien sich das Tier wohlzufühlen. Freudig grunzend durchpflügte das Borstentier mit seiner Schnauze den Boden. Und als der Hirt sie endlich erreichte, sprudelte dort, wo die Sau mit ihrem Rüssel den Boden umgegraben hatte, eine klare Quelle. Das Wasser war so rein, wie man es weit und breit nicht finden konnte. Da war die Freude des Hirten so unermesslich groß, dass er eilig zum Kloster rannte, um dem Propst die frohe Kunde zu überbringen. Dieser machte sich sofort mit den Nonnen des Klosters auf den Weg, um Gott für die wunderbare Hilfe zu danken. Zur Erinnerung an die Entdeckerin der Quelle wurde diese fortan das "Saubörnchen" genannt und so heißt sie noch heute. Nach: Helmut Riedel und Martin Sünder, Sagen aus Mühlhausen und seiner Umgebung, Mühlhäuser Beiträge, Sonderheft 4, Mühlhausen 1982 |
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