Nixe rächt sich

Von Köstitz fuhr einstmals ein Wagen voll junger Burschen und Mädchen nach Neustadt zu Markte. Als sie am Oppurger Teiche vorbeiwollten, zog die Nixe, die darin wohnte, den ganzen Wagen samt allen Insassen ins Wasser. Das machte, sie hatten im Übermute die Nixe verhöhnt.

Ein alter Hofknecht in Meilitz warnte einst die jungen Burschen, nicht mit einem Mädchen zu tanzen; denn sie sei eine Nixe und habe ein grünes Hemde an. Das hat die Nixenjungfrau gewaltig übelgenommen und just drei Tage nachher, wie unser Hofknecht Mehl durch die Elsterfurt in die kleine Mühle zu fahren hat, kam sie unten herauf und weg war er, obschon an jener Stelle das Wasser keine halbe Elle tief ist.

Sieht einmal ein Jäger unfern der großen Zwerghöhle bei Stublach im Elsterwasser einen gar schönen Fisch und lässt sich beifallen, nach ihm zu schießen. Da hat sich eine Stimme erhoben, die hat gejammert: "Mein Kind! Du hast mir mein Kind getötet!" Und so sehr, von Grausen erfasst, der Schütze auch gelaufen ist, ehe er noch sein Haus erreicht gehabt, ist die Nixe schon bei ihm gewesen und hat ihm den Hals umgedreht.

Ludwig Bechstein, Thüringer Sagenbuch, Leipzig 1885

Wasser ist mehr als H2O!

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