Die Elsternixe hat Waschtag

Ein alter Bauer aus Cossengrün hat oft erzählt, was ihm als jungem Burschen einst selbst noch zugestoßen ist. Wie er nämlich mit seinem Bruder im Steinicht an der Elster Vieh hütet, taucht vor ihren Augen plötzlich ein weibliches Wesen aus dem Wasser auf und breitet mit ungeheurer Geschwindigkeit eine Menge Wäsche am Ufer aus. Und kaum verschwunden, wiederholt sie das eine Strecke weiter unten am Flusse. Neugierig laufen die Jungen herzu; da fängt jene auf einmal an, gewaltig in die Hände zu klatschen, rafft ihre Wäsche schnell zusammen und verschwindet in den Fluten. Der Vater riet nun den entsetzten Knaben, sich vor der schönen Elsternixe in Zukunft wohl zu hüten; diesmal sei es eben noch so abgelaufen.

Zweien Handwerksburschen, die sich beim Abgewehr, einem Teiche bei Loitsch, nach weißer Wäsche gebückt hatten, die sie in Menge da ausgebreitet fanden, rief eine Stimme zu: "Wenn euch euer Leben lieb ist, so lasset die Wäsche unberührt!"

Robert Eisel, Sagenbuch des Voigtlandes, Gera 1871

Wasser ist mehr als H2O!

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