|
|
|
|
||||||||||||
|
Der Dockenteich
Eine halbe Stunde nordwestlich von Merkendorf, bei der Aumamühle, liegt ein Teich, der Dockenteich genannt. Vor langer Zeit sollen in ihm ein Vater und zwei schöne Töchter gewohnt haben, deren Zartheit und Anmut die Leute nicht besser auszudrücken wussten, als dass sie dieselben mit dem Namen Docken bezeichneten. Diese Mädchen liebten den Tanz und kamen daher oft nach Merkendorf und Piesigitz, mit den jungen Burschen zu tanzen. Sie fanden bald Liebhaber und diese unterließen nicht, sie nach Hause zu geleiten. Wenn sie an dem Teiche ankamen, fanden sie immer eine Art Tür darin, stiegen Stufen hinab und gelangten zu einer bequemen und geräumigen Wohnung. Aber die Mädchen versteckten ihre Begleiter sorgfältig hinter der Haustüre, ihr Vater müsse erst zur Ruhe sein, sagten sie; denn er könne keine Christen riechen. Da konnten nun die Burschen mit Zittern ein Gespräch zwischen den Töchtern und dem Vater belauschen, worin dieser sagte: "Entweder habt ihr Christen bei euch, oder ihr seid bei Christen gewesen!" Erst als die Mädchen gestanden, dass sie bei Christen zum Tanze gewesen, wurde der Vater ruhiger. Einst kehrten aber ihre Begleiter nicht wieder zurück und die beiden Mädchen hat man auch nicht mehr gesehen, daher man fürchtete, der grausame Vater habe an ihnen das Ärgste vollbracht. Schmidt, Topographie der Pflege Reichenfels, Leipzig 1827 |
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
Wasser ist mehr als H2O! Bitte helfen Sie uns, die Liste der aufgeführten und besprochenen Brunnen, Quellen und sagenhaften Gewässer zu vervollständigen. Mit Ihren Bild- und Textbeiträgen können Sie mit dazu beitragen, dass die einstige hohe Bedeutung des Wassers in Volkskunde und Religionen nicht in Vergessenheit gerät. Bitte beachten Sie hierbei, dass wir aus urheberrechtlichen Gründen ausschließlich Fotos verwenden können, die Sie selbst gemacht haben. Über Ihre Anregungen und Mitarbeit freuen sich Klaus Kramer und Team. |
||||||||||||||