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Die neue Spindel
Auch die Hohenleubner (Brücklaer, Hirschbacher, Lunziger) Wehefrau wurde eines Nachts gerufen. Die Kreißende befand sich unten im Wahlteich in einem schönen, hell erleuchteten Schlosse und ihre Entbindung ging leicht vonstatten. Dann sprach des Nixen Weib leise zur Wehefrau: Wenn ihr der Mann Geld anbiete, solle sie nicht mehr nehmen, als ihr gebühre und nach drei Tagen wiederkommen. Sähe sie dann auf dem Wasser eine Spindel schwimmen, so sei das Kind ermordet; sähe sie aber den Teich blutig, dann sei auch ihr dasselbe Schicksal widerfahren. Als die Wehefrau forgehen wollte, kam der Nix, welcher sich entfernt hatte, wieder herein und brachte eine Schüssel Gold mit. Die Wehefrau äußerte, sie möge nicht mehr als das ihr Gehörige, worauf er sagte, diese Genügsamkeit rette ihr das Leben. Danach führte er sie wieder aus der Wasserwohnung. Nach drei Tagen sah die Frau eine neue Spindel auf dem Teiche schwimmen. Schmidt, Topographie der Pflege Reichenfels, Leipzig 1827 |
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