Die heilige Quelle von Süderbrarup

Am Ortsrand von Süderbrarup sprudelt die so genannte Heilige Quelle. Der Quelle wurden bereits vor mehr als 2000 Jahren besondere Kräfte zugeschrieben und sie zog Menschen aus ganz Schleswig-Holstein an. Der bereits 1593 erwähnte, alljährlich am 25. Juli stattfindende Brarupmarkt hat seinen Ursprung in jährlichen Zusammenkünften an der Heiligen Quelle. In früheren Zeiten galt der Brarupmarkt auch als der zentrale Hochzeits- und größte Viehmarkt in der Region. Noch heute gilt er als der größte ländliche Jahrmarkt Schleswig-Holsteins.

Die Heilige Quelle von Süderbrarup zeichnete sich durch radiumhaltiges Wasser aus. Das chemische Element Radium war für die damaligen Menschen weder durch seine Farbe, noch durch einen besonderen Geschmack erkennbar. Radium wurde erst 1898 durch Marie Curie entdeckt und war zuvor völlig unbekannt. Es drängt sich die Frage auf: wie konnten die Menschen der Bronze- oder Eisenzeit die Besonderheit dieses Wassers erkennen und von den anderen, nicht radiumhaltigen Quellen in der Umgebung unterscheiden? Ein Phänomen, das uns auch bei anderen verehrten Quellen begegnet.

Wenige hundert Meter entfernt befindet sich das Moor von Thorsberg. Die hier ansässigen Angeln hatten ihre Opfergaben über einen Steg 10-20 m weit vom Ufer in das Gewässer eingebracht, wo sie ihre Gottheit vermuteten. Neben einigen Funden aus der Steinzeit und Bronzezeit wurde der Ort hauptsächlich ab dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung frequentiert und anschließend mehrere Jahrhunderte lang zu rituellen Opferhandlungen aufgesucht. Der Schwerpunkt der Opferungen lag im zweiten und dritten Jahrhundert. Auffallend ist die große Zahl der militärischer Gerätschaften (Waffen - darunter auch römische, Riemengarnituren, Pferdegeschirre) die in das heilige Gewässer eingebracht wurden. Man deutet die Gaben als Dankesopfer an die Gottheit für errungene Siege. Der zivile Fundkomplex bestand aus Schmuckstücken, einigen römischen Münzen, Bruchgoldstücken, den unterschiedlichsten Alltagsgegenständen, Textilien sowie besonders Holz- und Tongefäßen. Die Gefäße waren nicht um ihrer selbst willen der Gottheit dargebracht worden, sondern dienten als Behältnisse für feste und flüssige Speisen. Im Laufe der Jahrhunderte hatten sich die Opferbäuche hier deutlich gewandelt. In den beiden Jahrhunderten um Chr. Geburt hatte man sich die hier verehrte Gottheit offensichtlich friedlich, vermutlich weiblich und für Nahrung empfänglich vorgestellt. Diese nehmen im zweiten Jahrhundert ab und werden zunehmend durch martialisches Gepränge ersetzt. Während des dritten Jahrhunderts, als die Kämpfe zwischen Römern und Germanen im vollen Gange waren, bestanden die Opfergaben fast nur noch aus Waffen. kk

Der zivile Fundkomplex bestand aus Schmuckstücken, einigen römischen Münzen, Bruchgoldstücken, den unterschiedlichsten Alltagsgegenständen, Textilien sowie besonders Holz- und Tongefäße. Abb. Engelhardt, 1863

Wenige hundert Meter westlich des Moors befindet sich ein Hügelgrab aus der späten Bronzezeit (650-500 v.u.Z.) mit einem 2 m hohen Wächterstein mit 45 Schälchen. Es ist eins der wenigen Hügelgräber in der Region.

Wasser ist mehr als H2O!

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