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Die Nixkluft bei Waldheim
Poetisch beh. v. Ziehnert Bd. III. S. 111. u. Segnitz Bd. II. S. 105. Es ist bereits bemerkt worden, dass es in der Mulde Nixen geben soll, und schon Luther hat in seinen Tischreden (siehe 'Vom Satan und seinen Werken') ausdrücklich darauf hingedeutet, und die Sage lässt solche beim Kloster Zelle, in der Roßweiner Gegend unter dem Schlosser Berge, dem Troschauer Winkel, Nonnenholze etc. in männlicher und weiblicher Gestalt erscheinen. Allein namentlich erblickt man auch am Ufer der Zschopau bei Waldheim noch heute einen Felsen, in den vom Wasser aus eine Höhle hineingeht, welche die Nixkluft heißt und in die man jetzt nur auf Kähnen gelangen kann. Hier soll der Nixenfürst der Zschopau seine Wohnung haben. Dieser hatte drei schöne Töchter, welche sich gern unter die Menschen mischten. Sie gingen oft im Neumond nach dem eine halbe Stunde von Waldheim gelegenen Dorfe Dietenhain zu Tanze. Ihre Kleidung war weiß, und sie trugen als Gürtel ein Band von grünem Schilfrohr, um den Hals ein Perlenhalsband und am Busen eine Wasserrose. Hier tanzten sie die ganze Nacht mit den jungen Burschen des Dorfes. Wenn aber das Wasserröslein zu verwelken begann, dann gingen sie heim; denn dies bedeutete für sie, dass die Morgenröte im Anbruch begriffen sei. Sie ließen sich auch von ihren Tänzern bis in den am Ufer befindlichen Wald bringen, dort aber bestanden sie stets darauf, dass jene zurückblieben. Dies taten sie lange Jahre, denn ihre Schönheit blühte unvergänglich. Da fassten einmal drei junge Gesellen den Plan, sie über die gewöhnliche Zeit zurückzuhalten. Es gelang ihnen auch, durch süßes Kosen die Mädchen so zu beschäftigen, dass sie das Welken ihrer Rosen erst bemerkten, als schon die ersten Wölkchen Auroras am Horizont erschienen. Sie eilten zwar schnell aus den Armen ihrer Liebhaber ans Ufer zurück, allein dort traf sie der erste Sonnenstrahl und ihre Körper zerflossen in drei Silberbächlein, die durch die Wiesen nach dem Flusse rannen. Mitten durch diese aber zog sich ein roter Faden und dies war ihr Lebensblut. Seit dieser Zeit erschienen sie nicht wieder, ihr Vater aber verlangt jedes Jahr ein Opfer von einem Menschenleben in der Nähe dieser Stelle. Johann Georg Theodor Gräße, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Dresden 1874 |
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| Wasser ist mehr als H2O.
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