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| Der Gute Brunnen von Niederzwönitz | ||||||||||
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Anmerkungen zu den Quellen von Niederzwönitz
In Niederzwönitz, heute ein Ortsteil von Zwönitz, entspringen in 580 Meter Höhe seit Jahrhunderten dicht beieinander drei Quellen, denen der Volksmund die Namen der 'Gute Brunnen', 'Krätzbrunnen' und 'Augenbrunnen' gegeben hat. Die Namen weisen auf die Heilwirkung der Brunnen hin. Die Heilkraft des Guten Brunnen wird 1498 erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem die alte Bedeutung der Quelle lange Zeit in Vergessenheit geraten war, wurde sie 1608 erneut gereinigt, gefasst und für Heilkuren verwendet. 1646 entdeckte man nahe dem Guten Brunnen zusätzlich den Krätzbrunnen und 1717 den Augenbrunnen, denen man ebenfalls große Heilwirkungen zuschrieb. In der Nähe des Guten Brunnens soll in alten Zeiten eine der heiligen Anna geweihte Kapelle gestanden haben, weshalb man ihn auch 'Annenbrunnen', später 'Tannenbrunnen' oder 'Zu den drei Tannen' nannte. Kenner behaupteten, eine Kanne seines Wassers wäre einen ganzen Dukaten wert, wenn man das wilde Wasser davon scheiden könnte. Das Bestand einer Kapelle in direkter Nähe einer altbekannten Quelle spricht dafür, dass es sich beim Guten Brunnen um eine seit ältesten Zeiten verehrte Quelle handelt, die nach der Christianisierung der Region durch Legendenbildung von der römisch-katholischen Kirche für eigene Zwecke vereinnahmt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Zwönitz reicht bis in das Jahr 960 zurück. Die Besiedlung des Zwönitztals erfolgte ursprünglich durch slawischstämmige Sorben. Es ist bekannt, dass in der Religion der Sorben heilige Quellen einen wichtigen Platz einnahmen. Der Name des Ortes leitet sich von dem slawischen Namen 'Zvonica' für den Bach, der durch ein Tal fließt, ab. Die christliche Besiedlung der Region erfolgte erst um das Jahr 1160 durch fränkische Siedler. kk |
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| Der St. Annenbrunnen bei Niederzwönitz Ziehnert. Bd. III. S. 213. Novell. beh. b. Dietrich a.a.O. Bd. II. S. 236 sq. Westlich vom Dorfe Niederzwönitz auf einer mit Wald bewachsenen Wiese quellen mehrere Brunnen, deren einige mineralische Heilkraft besitzen sollen. Der vorzüglichste unter ihnen heißt der St. Annenbrunnen. Wie er zu dem letztern Namen gekommen, erzählt folgende Sage. Aennchen, die 13jährige Tochter des Jägers zu Niederzwönitz, war seit dem 5ten Jahre durch die Blattern erblindet. Ihr Vater, der sie als sein einziges Kind über die Maßen zärtlich liebte, fragte allenthalben um Rath und scheute keine Kosten, um seinem Kinde von dem großen Übel zu helfen; aber umsonst, niemand konnte ihr das Augenlicht wieder geben. Dennoch haderte das fromme Mägdlein nicht mit Gott, sondern betete alltäglich zu ihm und der hl. Anna mit freudiger Zuversicht, dass ihrem Unglück ein Ende kommen werde. Da in der Nacht des St. Annentages (26. Juli) erschien ihr im Traume die hl. Anna in himmlischer Herrlichkeit, ergriff sie bei der Hand und führte sie hinaus in den Streitwald, wo auf moorigem Wiesengrund ein Brünnlein quoll und deutete auf das Wasser und auf Aennchens Augen, segnete sie und verschwand. Als am Morgen das blinde Mägdlein ihrem Vater erzählte, was ihr geträumt hatte, da ward derselbe voller Freuden, denn er erkannte in dem Traume die Verheißung naher Hilfe. Sonder Säumen führte er sie hinaus in den Streitwald zu dem Brunnen auf der moorigen Wiese, den er gar wohl kannte, in dem er aber nie solche Heilkraft geahnt hatte. Aennchen wusch sich die Augen mit dem Wasser des Quelles und ward wieder sehend. Ihr Vater dankte Gott auf den Knien und gelobte, an jenem Brunnen der hl. Anna eine Kapelle zu bauen. Noch in demselben Jahre erfüllte er das Gelübde. Dieses begab sich im Jahre 1498. Die Kapelle scheint bald wieder verfallen zu sein, aber den St. Annenbrunnen rühmt man noch heute als Heilquelle. J.G. Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, Erster Band, Glogau 1868 |
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| Der gute oder St. Annenbrunnen bei Niederzwönitz
Gräße, Bd. I, Nr. 570; Ziehnert, S. 469 ff.; novell., beh. b. Dietrich a. a. O., Bd. II, S. 236 ff.; vgl. auch Köhler. Sagenbuch, Nr. 370. Westlich vom Dorfe Niederzwönitz, auf einer mit Wald bewachsenen Wiese, quellen mehrere Brunnen, deren einige mineralische Heilkraft besitzen sollen. Der vorzüglichste unter ihnen heißt der St. Annenbrunnen. Wie er zu dem letzterem Namen gekommen, erzählt folgende Sage. Ännchen, die dreizehnjährige Tochter des Jägers zu Niederzwönitz, war seit dem fünften Jahre durch die Blattern erblindet, Ihr Vater, der sie als sein einziges Kind über die Maßen zärtlich liebte, fragte allenthalben um Rat und scheute keine Kosten, um seinem Kinde von dem großen Übel zu helfen; aber umsonst, niemand konnte ihr das Augenlicht wiedergeben. Dennoch haderte das fromme Mägdlein nicht mit Gott, sondern betete alltäglich zu ihm und der heiligen Anna mit freudiger Zuversicht, dass ihrem Unglück ein Ende kommen werde. Da in der Nacht des St. Annentages (26. Juli) erschien ihr im Traume die heilige Anna in himmlischer Herrlichkeit, ergriff sie bei der Hand und führte sie hinaus in den Streitwald, wo auf moorigem Wiesengrund ein Brünnlein quoll, deutete auf das Wasser und auf Ännchens Augen, segnete sie und verschwand. Als am Morgen das blinde Mägdlein ihrem Vater erzählte, was ihr geträumt hatte, da ward derselbe voller Freuden, denn er erkannte in dem Traume die Verheißung naher Hilfe. Sonder Säumen führte er sie hinaus in den Streitwald zu dem Brunnen auf der moorigen Wiese, den er gar wohl kannte, in dem er aber nie solche Heilkraft geahnt hatte. Ännchen wusch sich die Augen mit dem Wasser des Quelles und ward wieder sehend. Ihr Vater dankte Gott auf den Knien und gelobte, an jenem Brunnen der heiligen Anna eine Kapelle zu bauen. Noch in demselben Jahr erfüllte er das Gelübde. Dieses begab sich im Jahre 1498. Die Kapelle scheint bald wieder verfallen zu sein, aber den St. Annenbrunnen, aus dem das Volk später ,,Tannenbrunnen" oder ,,Brunnen zu den drei Tannen" machte, weil drei Tannen in seiner Nähe standen, rühmt man noch heute als Heilquelle. Nach einer anderen Quelle (Meltzer, Hist. Schneebergensis, S. 871-875) ist der Brunnen im 17. Jahrhundert erst wieder entdeckt worden. Im Jahre 1608 nämlich soll eine Bäuerin aus Kühnheide dieses Brunnens heilsame Kraft durch einen Traum offenbart bekommen haben, nachdem sie 14 Jahre lang einen bösen Schaden an einem Schenkel gehabt und viel daran hat ausstehen müssen. Sie hat, als sie nach ihres Traumes Anweisung den Brunnen nicht sogleich finden konnte, viel alte Leute gefragt, ob nicht bevor in dieser Gegend ein gewisser Heilbrunnen vorhanden gewesen oder noch anzutreffen sei. Da habe sie endlich einen hundertjährigen Mann angetroffen und sich bei demselben weiter erkundigt. Derselbe habe die Bäuerin getröstet und ihr angezeigt, dass er den Brunnen wüsste; das Wasser desselben habe schon viele gesund gemacht und es sei deshalb früher an demselben eine Kapelle zu Ehren der heiligen Anna aufgebaut gewesen. Darauf habe er das Weib an den Ort geführt, worauf es auch nach des Brunnens Gebrauch von ihrer Krankheit befreit worden sei. Im Jahre 1646 ist dieser Gesundbrunnen aufs neue in Aufnahme gekommen; jedoch soll derselbe jetzt zwölf Lachter (altes bergmännisches Längenmaß, 1 sächsischer Lachter = 1,98 m) höher hinauf seinen Ausfluss gehabt haben.1 Einem Mägdlein zu Gablenz, so einen Kern im Auge gehabt, träumte, es solle sich zu dem Dreitannenbrunnen führen und daselbst sich waschen lassen, so würde es sehend werden. Und da es dem Vater solchen Traum erzählet und inständig angehalten, er möge es dahin führen, habe es den alten Brunnen, dahin sie gelanget, nicht für den rechten Brunnen erkannt, sondern gesagt, es wäre gar ein kleines, frisches Brünnlein. Und da hierauf der Vater seitwärts abgegangen und den neuen Quell in einem morastigen Sumpfe gefunden, hatte er dem Kinde die Augen dreimal mit dem Wasser gewaschen und etwas davon mitgenommen und da er mit dem Waschen aus diesem Wasser fortgefahren, in der Tat erfreulich empfunden, dass das Mädchen auf dem Auge wieder sehend wurde, Darauf ist denn ein großer Zulauf der Leute von nahen und fernen Orten entstanden, sodass an manchem Tage wohl vier-, fünf- und mehr hundert Personen auf dem Platze sich befunden hatten, welche das Wasser teils kalt getrunken, teils gewärmt oder Suppen daraus gemachet, teils sich damit gewaschen oder zum Bad gebraucht hätten. Es hat auch seine Kraft und Wirkung an vielen kranken Personen gezeigt. 1 Die Sage, dass im Jahre 1646 der gute Brunnen aufs neue in Aufnahme gekommen sei, scheint sich auf eine zweite Quelle, welche man nach der Angabe Engelhardts (Erdbeschreibung von Kursachsen, Bd. II, S. 219) in dem genannten Jahre fand und Krätzbrunnen nannte, zu beziehen. Alfred Meiche, Sagenbuch des Koenigreichs Sachsen, Leipzig 1903 |
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