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Die Nixe von Trotha
Mündlich aus Gutenberg. Zu Trotha wohnte eine Nixe, welche lles, was sie für ihre Wirtschaft brauchte, auf dem Markte in Halle einkaufte. Sie ging auf dem Hin- und Rückwege mit den übrigen Marktleuten und unterhielt sich vertraulich mit ihnen; und sie ahnten nicht, dass es eine Nixe sei. Nur fiel ihnen auf, dass ihre Schürze immer nass war. Als sie nun einst zu Halle in einem Fleischerladen stand, bemerkte der Fleischer, dass sie nur ein Nasenloch hatte: Daran erkannte er sie als Nixe und bat sie, ihm das Stück zu zeigen, von welchem sie zu kaufen wünschte; und wie sie mit dem Finger darauf wies, hieb er ihr mit dem Beile die Hand ab. Da eilte sie zornig hinweg und schwor sich zu rächen. Von nun an hütete sich der Fleischer wohl, in einem Flusse oder Teiche sich zu baden, doch als er einst aufs Land gegangen war, überraschte ihn ein heftiger Regen, der bald die ganze Gegend überschwemmte, und wie er, um sich vor der Flut zu retten, immer rascher lief, glitt er aus und fiel in einen Graben, in dem er ertrank. So war die Drohung des Nixweibchens in Erfüllung gegangen. Emil Sommer, Sagen Märchen und Gebräuche aus Sachsen und Thüringen, Halle 1846 |
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