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Der Nix bringt ein geraubtes Kind wieder
Mündlich aus Gutenberg. Eine Bäuerin setzte ihr Kind auf dem Felde ins Gras und ließ es allein, weil sie ihrer Arbeit nachgehen musste. Als sie wiederkam, fand sie ein fremdes, sehr hässliches Kind an der Stelle des ihren und sah wohl, dass dies ein Nixkind war. Sie klagte dem Vogte des Gutes ihre Not, und der Vogt fragte, ob sie ihr Kind wiederzuhaben wünsche, auch wenn es darum etwas braun und blau geschlagen würde. Und da sie antwortete, sie wolle ihr Kind lieber tot wiederhaben als ein Nixkind großziehen, begann der Vogt den Wechselbalg unbarmherzig mit der Hetzpeitsche zu hauen und tat dies eine lange Weile. Dann gingen sie einige hundert Schritt von dem Kinde weg übers Feld, und wie sie zurückkamen, lag das rechte Kind wieder da, doch war es am ganzen Leibe zerkniffen und zerzaust. Wenn nämlich der Nix ein Kind vertauscht hat, so tut er ihm alles an, was man seinem Kinde antut. Darum lassen manche Eltern, die ihre Kinder zu lieb haben als dass sie ihnen ein Leid zufügen sollten, sie lieber beim Nix und erweisen den Nixkindern alles Gute, weil sie wissen, dass es ihren Kindern vergolten wird. Emil Sommer, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Sachsen und Thüringen, Halle 1846 |
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