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Der heilige Born zu Schweich Ungefähr 200 Schritte von dem Dorfe Schweich entfernt, da wo der Wald anhebt, liegt einsam und verlassen ein Heiligenhäuschen und unweit davon quillt aus dem Schoße der Erde der so genannte heilige Born. Im Jahr 1602 war ein von Ausschlag beladener Mann zur Herbstzeit an dem Brunnen, als dieser fast ganz mit Blättern überdeckt war. Der Mann steckte von ohngefähr seine heftig schmerzenden Hände unter dieselben, um Kühlung in dem Quellwasser zu suchen. Als nun die Hände trocken wurden, fühlte er Linderung seiner Schmerzen, wiederholte das Waschen und ward wunderbarer Weise geheilt. Nun ward ein großes Geschrei über die Heilkraft dieses Quells und Reich und Arm eilte dorthin, um sich kurieren zu lassen. Allein dadurch ward auch dem Betrug Tor und Türe geöffnet und so ließ der Trierer Stadtrat das Wasser des Quells durch Chemiker untersuchen und da sich herausstellte, dass dasselbe keine besonderen Eigenschaften hatte, so ward der Brunnen bald wieder verlassen. Johann Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats. Glogau 1868 |
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