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Der Reck von Volmarstein und die Nixe Als Herr Reck von Volmarstein an einem wunderschönen Herbstabend von einem Turnier, welches in Sygiburgum (Hohensyburg) stattgefunden hatte, nach seinem väterlichen Schloss ritt, vernahm er plötzlich verlockende und bezaubernde Töne aus der Tiefe des Ruhrstromes. Er hielt sein Ross an, um diese Zaubermusik zu hören. Plötzlich verstummten diese wunderbaren Melodien und in den wilden Wellen des Ruhrstromes erschien eine bezaubernde Frau, deren langes, welliges Haar die nackten Schultern bedeckte. Durch ihren lieblichen Gesang und durch ihre Schönheit bezauberte sie ihn derartig, dass Herr Reck sich entschloss, sie zu heiraten. Sie war mit seinem Vorhaben einverstanden und schenkte ihm als Zeichen der Gegenliebe ein silberfarbenes Fähnlein. Nachdem er das herrliche Geschenk, welches dem Besitzer Wunderkräfte verlieh, angenommen hatte, musste er mit seiner Herzensgeliebten sechs Tage im Wasser wohnen und einen Tag auf dem Lande zubringen. Als er einst aus der Wasserwelt an die Tageswelt emporstieg, um seine Eltern, Freunde und Bekannte zu besuchen, gab ihm seine Wassernixe ein goldenes Kettchen, welches ihn dauernd an sie fesseln sollte. Bei einem Kaiserturnier wurde ihm das Kettchen zerhauen und von nun an vergaß er seine Wassernixe. Da er aus diesem Ritterspiele als Sieger hervor ging, fesselte eine liebliche und anmutige Königstochter ihn so sehr, dass er dieselbe heiraten wollte. Beide standen bereits vor dem Altare, um sich von einem Priester trauen zu lassen. Da erschien die Wassernixe, umfasste ihn mit ihren eisigen Armen, und er sank tot zu Boden. So rächte sich die Wassernixe für die ihr angetane Schmach. Dirk Sondermann, Das große Bochumer Sagenbuch, Essen 1991 Eingesandt von Ulrike Berkenhoff |
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| Reck von Volmarstein und seine Dame
Ein Reck von Volmarstein war weit und breit in den Gauen des Rheins und Westphalens als der tapferste Ritter bekannt, dessen Lanzenstoß und Schwerthieb keiner zu widerstehen vermochte. Dass er der Ritter eines edlen Fräuleins war, für die er nach der Sitte jener Zeiten kämpfte, wusste und sah jedermann an dem silberfarbenen Schleier, der von seinem Helme und Fähnlein wehte. Wo aber dieser Schleier wehte, da war auch stets der vollkommene Sieg. Darob freute sich aber der Kaiser gar höchlich und fragte ihn scherzend, warum er sich keine eheliche Hausfrau wähle, da er doch so große und reiche Besitzungen und des Ruhmes und der Ehre so vollauf habe, und, fuhr er fort, wenn er selbst sich keine wählen könne, wolle er ihm seine Base zur Ehe geben. Auf diese Rede des Kaisers färbte sich aber des Ritters Angesicht dunkler und feierlich ernst antwortete er: "Mein Herr und Kaiser, was Ihr mir auch Schönes und Herrliches anbietet, ich kann es nicht annehmen, denn ich bin längst verlobt!" Der Kaiser von diesem Geständnis angenehm überrascht, wünschte ihm Glück und verlangte den Namen seiner Verlobten zu wissen. Der Ritter aber versicherte, er könne selbigen nicht aussprechen, denn er habe mit Hand und Mund gelobet, denselben gegen jedermann zu verschweigen. Da versetzte der Kaiser: "Ich will Dein Gelübde lösen; doch nennst Du mir jetzt nicht gleich den Namen Deiner Verlobten, so sollst Du meinen Zorn fühlen!" - "Mag dieser auch hart und schwer sein und mag es mich noch so sehr schmerzen, meinem Kaiser hierin ungehorsam sein zu müssen, ich kann mein Wort nicht brechen", antwortete der Ritter, nahm seinen Helm und wandte sich zu gehen. Aber der Kaiser ließ ihn nicht von sich, sondern sagte, seine Drohung sei nur Scherz gewesen, er erlasse es ihm, den Namen seiner Verlobten ihm zu nennen, da er ihm doch keine Freude machen werde. Der Ritter aber, die Worte des Kaisers so deutend, als ob er seine Verlobte von verächtlichem oder niederem Stande halte, vermochte kaum seinen Zorn ob solchem Argwohn zu verbergen und versicherte, dass seine Verlobte an Stand, Macht und Sitte nicht geringer sei als der Kaiser und eine größere Schönheit weder im Himmel noch auf Erden zu finden sei, als seine Holde, wenn sie am Ufer auftauche im silbernen Gewande! Alle erstaunten ob dieser Rede und im Kreise der Höflinge erhob sich ein spöttisches Murmeln. Der Ritter von der Recke aber erbleichte, denn er hatte im Liebeseifer sein Geheimnis verraten. Doch bald erhob er sich wieder und tobte wie ein Rasender hinaus in die Nacht und von seinem Helme wehte ein schwarzer Schleier. Der nächste Morgen rief ihn zum Kampfe und allen Streitern voran wehte wie ein Panier der schwarze Schleier, aber Recks hoher Helm und sein Fähnlein fielen und der Schleier, rot von edlem Blute, deckte die Gefallenen. J.G. Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, Erster Band, Glogau 1868 |
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