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Die Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus befasst sich mit den Angelegenheiten der Menschen und kommt mit einem Wagen zu den Völkern gefahren. Auf einer Insel des Meeres ist ein Heiliger Hain, in ihm soll ein geweihter Wagen stehen, der mit einem Tuch überdeckt ist. |
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Nerthus, die Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin In dem selben Zeitfenster, in dem z.B. auch die Speiseopfer im Thorsberger Moor deponiert wurden, schreibt Tacitus von den Avionen, Angeln, Warinern, Eudosen, Suardonen und Nuitonen, dass sie gemeinsam die Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus verehrten. In seiner Germania schreibt er über sie: (...) "diese befasst sich mit den Angelegenheiten der Menschen und komme zu den Völkern gefahren. Auf einer Insel des Meeres ist ein Heiliger Hain, in ihm soll ein geweihter Wagen stehen, der mit einem Tuch überdeckt ist. Nur dem Priester ist es erlaubt, ihn zu berühren. Dieser erkennt, wenn die Göttin in ihrem Heiligtum weilt und geleitet die auf ihrem mit Kühen bespannten Wagen Umfahrende mit großer Ehrfurcht. Froh sind nun die Tage, voller Festesfreude die Orte, die die Göttin besucht. Man zieht nicht in den Krieg, greift nicht zu den Waffen; weggeschlossen ist alles Eisen. Nur Ruhe und Frieden ist jetzt bekannt und geliebt, bis der Priester die Göttin, wenn sie des Verkehrs mit den Menschen müde ist, in den heiligen Hain zurück bringt. Dann werden das Fahrzeug und seine Bedeckung, und so man es glauben will, auch die Göttin selbst in einem verborgenen See von Sklaven gewaschen. Diese verschlingt darauf der heilige See. Daher herrscht dort ein geheimes Grauen, ein heiliges Dunkel, denn was dort ist, dürften nur Todgeweihte schauen." Die so genannten Sklaven wurden vermutlich der Fruchtbarkeitsgöttin geopfert. Um welchen See, und um welche Insel es sich dabei gehandelt haben mag, darüber streiten die Wissenschaftler. Einige vermuten den Ort auf Seeland bei Lethra im Herthedal. Dort liegt der Vithe Söe, also der Heilige See. In mehreren Steinhaufen glaubt man die Reste eines heidnischen Tempels zu erkennen und die Sage weiß von einem großen Opferaltar, der sich einst inmitten des Sees befand. Andere vermuten, es könne sich um den sagenumwobenen Herthasee auf Rügen gehandelt haben. Auch gibt es Hinweise auf die niederländische Insel Walcheren in der Rheinmündung. Hier fand man römische Altarsteine der Göttin Nehalennia, die man mit Nerthus in Verbindung bringt. Unsere Vorfahren selbst waren schreibfaul. Ihre Runen dienten ihnen lediglich als Sakralschrift und nicht zur Überlieferung von Informationen. Tatsächlich wurden aber in mehreren Gewässern Reste von aufwendig verzierten Kultwagen gefunden, wie diesen aus dem Moor von Deibjerg auf Jütland. Die Wagen könnten der Erd- und Gewässergöttin im Verlauf der nicht gerade zimperlich durchgeführten Christianisierung durch Versenkung zurückgegeben worden sein.kk |
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Der Originaltext des Tacitus
XL. Contra Langobardos paucitas nobilitat: plurimis ac valentissimis nationibus cincti non per obsequium, sed proeliis ac periclitando tuti sunt. Reudigni deinde et Aviones et Anglii et Varini et Eudoses et Suardones et Nuithones fluminibus aut silvis muniuntur. Nec quicquam notabile in singulis, nisi quod in commune Nerthum, id est terram matrem, colunt, eamque intervenire rebus hominum, invehi populus arbitrantur. Est in insula Oceani castum nemus, dicatumque in eo vehiculum, veste contectum. Attingere uni sacerdoti concessum. Is adesse penetrali deam intellegit vectamque bubus feminis multa cum veneratione prosequitur. Laeti tunc dies, festa loca, quaecumque adventu hospitioque dignatur. Non bella ineunt, non arma sumunt; clausum omne ferrum; pax et quies tunc tantum nota, tunc tantum amata, donec idem sacerdos satiatam conversatione mortalium deam templo reddat. Mox vehiculum et vestes et, si credere velis, numen ipsum secreto lacu abluitur. Servi ministrant, quos statim idem lacus haurit. Arcanus hinc terror sanctaque ignorantia, quid sit illud, quod tantum perituri vident. |
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