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Mariaspring im Bovender Stadteil Eddinghausen Unterhalb der Burg Plesse, im Bovender Stadteil Eddinghausen, nahe der Heimvolkshochschule gleichen Namens entspringt die Quelle 'Mariaspring'. In seinem Buch 'Mariaspring und Plesse' beschreibt der Historiker August Tecklenburg, dass Mariaspring schon vor der Zwangschristianisierung Sachsens im 8./9. Jahrhundert ein germanisches Quellheiligtum gewesen sei. Andere vermuten hier eine altgermanische Kultstätte. So ist vom 'Geweihten Spring im heiligen Hain' die Rede. Bezeichnend hierfür ist, dass einer der angrenzenden Berge 'Heinberg' genannt wird. Die Quelle soll einst der germanischen Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin Freia geweiht gewesen sein. Wie so oft hat später Maria im Laufe der Christianisierung die Stelle der zweithöchsten germanischen Göttin besetzt. Der Chronist Letzner berichtet, das sich 1587 eine Kapelle und eine Klause bei der Quelle befunden haben. Wie weit die Kapelle bei Mariaspring zurückreicht, ist ungewiss. Zum ersten Mal wird sie 1483 im Testament Gottschalks von Plesse genannt: "Kein XIH1 gulden, de he geborghet hefft van de capellen to Marienspringe und noch schuldich ist". Der Sage nach soll die Quelle Mariaspring mit dem tiefen Brunnen der Plesse in Verbindung stehen. Als die Burg noch bewohnt und der Brunnen noch nicht verschüttet war, ließen sich von Zeit zu Zeit auf dem Wasser von Mariaspring zwei weiße Enten sehen. Still tauchten sie auf und still verschwanden sie wieder. Dies sollen die Kinder eines Edelherrn von Plesse gewesen sein. Diese hatten einst auf dem Burghof, ganz in der Nähe des Brunnens, gespielt. Da hatte ihr böser Oheim, der nach ihrem Erbe trachtete, sie heimlich in den Brunnen hinab stoßen lassen. Die Kinder wurden seitdem auf der Plesse nicht mehr gesehen; aber in Mariaspring erschienen sie zuweilen als weiße Enten. Die Quelle speist das Rauschenwasser, das in alter Zeit bis zu neun Mühlen auf seinem kurzen Lauf antrieb. 1799 soll der Göttinger Medicus Stromeyer seinen Patienten als Therapie ein Picknick an der Quelle verordnet haben. Hieraus entstand die Tradition der studentischen Jugend, sich hier zum Tanz zu treffen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg bestand auf dem Gelände der Hasenbalschen Papiermühle das weitberühmte Ausflugslokal 'Tanz- und Studentenparadies Mariaspring'. Als einer der illustren Gäste soll sich auch Goethe 1801 in Mariaspring aufgehalten haben. kk |
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