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| Der Wildfrauborn bei Einartshausen
Zwischen Stornfels und Einartshausen springt der wilden Frau Born. In ihm wohnt die wilde Frau, die ist aber nicht so böse, wie man nach ihrem Namen denken sollte, sondern meint es gar gut mit den Menschen, absonderlich mit den Weibern. Denn wenn eine Frau gerne ein Kindlein hätte, so braucht sie nur unbekust (stillschweigend) vor Sonnenaufgang dreimal aus dem Borne zu trinken, so battets (hilfts) ihr gewiss. Neben den Born braucht man nur das Tuch aufzuspannen und etwas in einer neuen Schüssel zu essen dabei zu stellen. Dann kann man unbesorgt fortgehen an seine Geschäfte. Es kommt darauf die wilde Frau in der Mittagszeit, begießt das Tuch und bleicht es so weiß, wie es die Menschen nicht können; die Speisen aber nimmt sie mit fort in ihre Wohnung. Theodor Bindewald, Oberhessisches Sagenbuch, Frankfurt 1873 |
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