Der Nornborn und der Güldenborn bei Dauernheim

Zwischen dem hohen Berg und dem Auwäldchen bei Dauernheim liegt ein Feldgrund, welcher bei dem Volke ‚de Nernburremd’ d.h. der Nernboden heißt. Dort ist der Nernborn, wie ihn das Volk nennt. Man schreibt aber die beiden Namen ‚Nornboden’ und ‚Nornborn’. Das Wasser des Nornborns ist dunkel, aber nicht trübe und von auffallender Kälte. Die Leute trinken nicht daraus; sie glauben, es sei gefährlich aus dem Nornborn zu trinken, man kriege das Fieber davon. Nicht weit von dem Nornborn an dem grauen Berge ist ‚de Gilleborn’, Gelleborn, Geälleborn, d.h. der Güldenborn mit gelblichem Wasser, welches die Leute ebenfalls nicht trinken. Der Güldenborn fließt nicht jedes Jahr und man sagt, er sei oft jahrelang trocken. Das Volk glaubt, dass er nur in Friedenszeiten trocken sei und wenn er fließe, so bedeute dies Krieg.

J. W. Wolf, Hessische Sagen, Leipzig 1853

Wasser ist mehr als H2O!

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