Die Lahn fordert regelmäßig ihr Opfer
Die Lahn

Von der Lahn sagt man, dass sie jedes Jahr ihr Opfer nehme. Schon der Chronist Winkelmann erwähnt diese Sage: „Man hat aus langer Erfahrung, dass die Löhn gemeiniglich alle Jahr jemanden zu sich raffet.“

Karl Lyncker, Deutsche Sagen und Sitten in hessischen Gauen. Kassel 1854

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Die Lahn hat gerufen

Noch immer, wenn jemand in der Lahn bei Gießen ertrunken ist, hat sie gerufen, und das haben die Müller und Bleicher, die an dem Wasser sind, schon oft gehört. Es geschieht jedes Mal mittags zwischen 11 und 12 Uhr. Da rauscht die Lahn auf, schlägt starke Wellen und dann ruft es mit lautem Schrei aus dem so aufgeregten Wasser: "Die Zeit ist da! Die Stund ist da! Wär' nur der Mensch da!" Nun hört man mit heimlichem Schauder erzählen: "Die Lahn hat gerufen, es ertrinkt bald wieder eins!" und das ist auch allemal zugetroffen, es ist bald darauf wirklich eins in der Lahn ertrunken.

Bei Neustadt am Hessler ruft oft die Lahn in langen, dumpfen und hohlen Tönen: "Ich will einen Menschen haben, einen Menschen will ich haben!" Dann gehen die Fische haufenweise ins Garn, denn es wird ihnen bange.

J.G. Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, Glogau 1868-1871

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Sagen von der Fulda und Lahn

Die Lahn und die Fulda fordern jedes Jahr ein Menschenopfer. Letzterer Fluss, der Hessen fast in seiner ganzen Länge durchfließt, zeigte sonst stets ein für das Land wichtiges Ereignis an. Wenn nämlich ein hessischer Fürst, sonderlich ein regierender Herr oder dessen Gemahlin, starb, so blieb dieser Fluss gemeiniglich einige Zeit vorher wider seinen natürlichen Lauf still stehen, das Wasser versiegte, so dass man die Fische mit Händen fangen und fast trockenen Fußes durch den Fluss gehen konnte, worauf sich dann das Wasser nach einigen Stunden wieder einstellte.

J.G. Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, Glogau 1868-1871

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Auch andere Gewässer verlangen ihr regelmäßiges Opfer, zum Beispiel:

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Wasser ist mehr als H2O!

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