Der Goldborn auf der Feldkrücker Höhe

Von Betzenrod nach Feldkrücken, etwas seitwärts am Wege, ist das Goldbörnchen. Zwei Soldaten saßen beieinander auf der Bank vor der Hauptwache zu Frankfurt. Dem einen hatte es geträumt, so erzählte er und der andere lauschte (hörte) zu: "Denk nur an", sagte er und hielt sich den Bauch vor Lachen, "was man für zwerche Dinge doch träumen kann! Da soll's ein Ort im Reich geben mit Namen Feldkrücken und dabei einen Goldborn, wo viele Schätze vergraben wären. Larifari, es mag mir auch dreimal davon träumen, ich glaub's doch nicht!" - Der andere Soldat aber, der aus dem Vogelsberg war, schwieg stille dazu und dachte: "Lache Du nur, ich weiß, wo Feldkrücken liegt und item: Kommt Zeit, kommt Rat!" Also bat er nicht lange darauf um Urlaub und als er hinkam ins Gebirg, erkundigte er sich hinten herum der Gelegenheit und richtig, das Glück war ihm günstig. Er hob den Schatz, brachte ihn in Sicherheit und kaufte sich dann mit dem Gelde vom Kriegsdienst los. Dann zog er in seine Heimat und ward ein großer Bauer, dem es wohl ging bis ans Ende.

Theodor Bindewald, Oberhessisches Sagenbuch, Frankfurt 1873

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