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![]() Anlässlich des 750-jährigen Jubiläums des Dorfes Eichenberg, 2008, ist der 'Wunderbrunnen' entprechend der unten gezeigten Postkarte (um 1920) renoviert worden. Die bisherige Konstruktion des Karlsbrunnens aus dem Jahr 1992 war in ihren tragenden Teilen verfault. Der Karlsbrunnen ist ein schönes Beispiel dafür, wie man historische Brunnen und ihre Traditionen auch heute in Ehren halten kann. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Bürgermeister Wolfgang Fischer, Neu-Eichenberg. |
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Der Wunderbrunnen in Eichenberg Das Dorf Eichenberg. 20 Minuten von der Eisenbahnstation gleichen Namens gelegen, besitzt eine sehenswerte periodische Quelle, den seit Jahrhunderten bekannten Carlsbrunnen. Mitten im Dorfe entspringt einem Felsen der starke Quell, bei dem, wie an den Meeresküsten, Ebbe und Flut zu beobachten sind. Kurz vor Beginn der Flut vernimmt man ein dumpfes unterirdisches Getöse, bald darauf strömt aus der Quelle viel Wasser, das das gemauerte Becken schnell bis zur Ausflussöffnung, die das andrängende Wasser kaum fassen kann, füllt. Nach zwei Stunden fällt der Wasserspiegel des Brunnens langsam, der Ausfluss wird schwächer und es scheint, als werde der abfließende Bach vertrocknen, die Ebbe, die ebenfalls zwei Stunden dauert, ist eingetreten. So wechseln regelmäßig Flut und Ebbe in Abständen von je zwei Stunden mit einander. Nur einmal machte der Brunnen von dieser Erscheinung eine Ausnahme. Vor vielen, vielen Jahren brach bald nach der Ernte, wo Scheunen und Häuser mit Stroh und Heu gefüllt waren, ein gewaltiger Brand aus. Der Wind trieb die Flamme, die an den Erntevorräten reiche Nahrung fand, von Haus zu Haus. Mehr als ein Dutzend Häuser brannten schon: da kam auch das Häuschen einer armen Witwe in große Gefahr. Zwar versuchten die Dorfbewohner das bedrohte Haus zu retten, aber da durch Eintritt der Ebbe des Wunderbrunnens Wassermangel entstand, schien es verloren. Da eilte das arme Weib in ihrer Not an den Brunnen, warf sich unter dem dicken Nussbaum, dessen Zweige die Quelle beschatteten, auf die Knie und bat Gott um Hilfe in ihrer Not. Noch kniete die Witwe im Gebet, da erscholl aus der Tiefe das bekannte Donnern, das den Beginn der Flut ankündigt, und schon sprudelte das Wasser mächtiger denn sonst aus der Erde. Das Haus der Witwe ward gerettet, denn die Flut hielt ununterbrochen an. bis das Feuer gelöscht war. Die Geschichte kam auch dem Landgrafen Carl von Hessen zu Ohren. Bei seiner nächsten Jagd im Werratal besuchte er den Wunderbrunnen in Eichenberg. Lange saß er sinnend unter dem Nussbäume und beobachtete das Naturwunder. Dann ließ er die Quelle fassen und grottenartig überbauen und bestimmte, daß sie auf ewige Zeiten für jedermann zur Beobachtung und Bewunderung zugängig bleiben solle. Die Quelle hieß von nun an Carlsbrunnen. Die Gemeinde Eichenberg, deren Eigentum der Carlsbrunnen ist. kam dem Befehle des Landgrafen nach. Als aller 1913 der Eisenbahnstation Eichenberg das Wasser zur Speisung der Maschinen fehlte, erlaubte die Dorfbehörde, dass das Wasser des Carlsbrunnens wenige Meter unterhalb seines Ausflusses in einem Behälter aufgefangen und nach der Station geleitet wurde. Der ganze Brunnen ist durch ein geschmackvolles Holzhäuschen überbaut und geschützt. Über der Tür ist zu lesen: '1765 Carlsbrunnen. 1913.' Der Zugang zu dem merkwürdigen Brunnen ist jedermann erhalten geblieben, denn die unteren Fachwelle sind durch ein Holzgitter geschlossen. Die innere Ausmauerung des Quells ist die alte geblieben, nur ward der Ausfluss, der verfallen war. durch eine neue Zementierung gedichtet. Karl Sittig, Sagen des südhannoverschen Berglandes, Hann. Münden 1924 |
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![]() Diese Postkarte des Karlsbrunnens aus den 1920er Jahren diente bei der Restaurierung des heutigen Brunnens als Vorlage. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Bürgermeister Wolfgang Fischer, Neu-Eichenberg. |
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