|
|
|
|
||||||||||||
| Von der heiligen Quelle auf dem Vogelsberg und seinem felsigen Gipfel, dem Bilstein | ||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
| Der Taufstein
Der Taufstein ist vor Zeiten der heiligste Berg gewesen rings herum und die Heiden haben dort ihre Kirche gehalten. Der heilige Bonifatius ist aber her gekommen und hat daselbst eine Kapelle aus Holz gebaut und aus der Quelle, die oben fließt, die ersten Christen im Vogelsberg getauft. Seitdem heißt der Berg der Taufstein. Auf der Herchenhainer Höhe ist ein Felsbrocken, von dem herab der Heilige den Heiden gepredigt, den nennt man heute noch die Bonifaziuskanzel. Theodor Bindewald, Oberhessisches Sagenbuch, Frankfurt 1873 |
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
Auf dem Vogelsberg Im oberen Hessen ist Bonifazius auch am Vogelsberg gewesen, davon zeugt der Taufstein. Der ist vorzeiten der heiligste Berg gewesen ringsherum und die alten Heiden haben dort ihre Kirche gehalten. Der heilige Bonifazius ist aber hergekommen und hat daselbst eine Kapelle aus Holz gebaut und aus der Quelle, die oben fließt die ersten Christen im Vogelsberg getauft. Seitdem heißt der Berg der Taufstein. Damals als Bonifazius am Vogelsberg predigte, wollte er auch die heilige Eiche bei Kirdorf fällen. Aber er fand den Baum nicht und so kam es, dass diese Eiche noch bis in unsere Zeiten stehen geblieben ist (nördlich vom Orte vor dem Gemeindewald). Paul Zaunert, Hessen-Nassauische Sagen, Jena 1929 |
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
| Der Taufstein
Mündlich. Der Taufstein hat seinen Namen daher, dass der heilige Bonifatius auf demselben die ersten Christen taufte. Es waren aber viele Heiden in der Gegend, welche sie verfolgten. Wenn dieselben einen Christen fingen, stürzten sie ihn vom Bielstein herab. J. W. Wolf, Hessische Sagen, Leipzig 1853 |
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
| Der Bilstein
Der Bilstein im Vogelsberg mit seinem spitzen Felsgestein soll in den alten Zeiten noch viel höher gewesen sein und eigentlich der Bildstein geheißen haben, von wegen eines ungeheuren Götzenbildes, das da gestanden hat. Früher zündete man im Mittsommer auch da Feuer an und länger noch hat sich der Brauch gehalten, dass allemal am Pfingstabend die Burschen von Busenborn eine mächtige Maie (Maibaum) darauf stecken unter lautem Gesang. Paul Zaunert, Hessen-Nassauische Sagen, Jena 1929 |
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
| Der Else1.) ihr Keller am Bilstein Bei Herchenhain im Vogelsberg, am nördlichsten Ende des Bergrückens, dessen höchste Spitze der Bilstein ist, stehen hoch erhaben oder geborsten mächtige Felsen empor. Darin ist eine Höhle, die noch ein gutes Stück in den Berg geht, das ist der Else ihr Keller oder ihre unterirdische Wohnung, wo sie ihr Bett von Laub und Moos hat. Mitunter tut sich eine Spalte auf, dann sieht man sie sitzen und spinnen. Zieht der Nebel blau um die Felsen, dann kocht sie ihr Mahl. Liegen noch einige Schneeplacken unter den Bäumen dort, so trocknet sie ihre Wäsche. Sie ist eine alte, gruselige Frau und wandelt des Nachts ruhelos umher. An dem einsamen Orte hüten des Mittags die Weidbuben nicht gerne, denn die Else soll früher schon gekommen sein und Menschen mit sich hinein in den Berg genommen haben. Sie sind nie wieder zurückgekommen. In den Ritterzeiten, in der Zeit der Zwölften, es denkt einem nicht, wann es gewesen ist, ritt einmal ein stattlicher Held den Bilstein hinauf und sah im Mondenschein eine gebrechliche Frau mit ihrem Krückstock auf dem Stein des Kreuzweges sitzen. Sie bat ihn gar inständig, er möge sie doch hinter sich aufs Pferd nehmen, dass sie auch noch heim käme. Allein der Ritter hatte taube Ohren für ihr Flehen und jagte vorüber. Plötzlich umfassten ihn die klapperdürren Arme des Weibes. Die Else war hinter ihm auf den Rücken gesprungen und trieb das schäumende Ross auf die höchste Spitze des Felsens. Dort stürzte sie Mann und Ross hinunter, dass sie elendiglich an den Gesteinen zerschellen und verschwand im Berge. Einen Wiesengrund unter dem Bilstein, wo früher das Dorf Busenborn gestanden, heißt man 'die Bauflecken' und 'die Bornwiese'. Da sah einmal ein Mann aus dem genannten Dorfe, der auf der entgegen gesetzten Bergwand hinging, in der brennenden Mittagssommerhitze ein langes, weißes Tuch, wie zum Bleichen ausgespannt. Als er höchst verwundert den Platz aufsuchte, fand er nichts, nur war das Gras dem langen Weg nach, wo es gelegen, patschnass. Da fiel ihm ein, von den Alten gehört zu haben, dass die Else oft herabkomme, hier ihre Wäsche zu tun, zu baden und zu bleichen und er wusste nun, was der Märe gewesen war. In Michelbach und der tiefer gelegenen Gegend sagt man auch: 'die Hollefrau' wohne im Bilstein. Paul Zaunert, Hessen-Nassauische Sagen, Jena 1929 1 Else steht hier für Göttin Holle. |
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
|
||||||||||||||
|
Wasser ist mehr als H2O! Bitte helfen Sie, die Liste der aufgeführten und besprochenen Brunnen, Quellen und sagenhaften Gewässer zu vervollständigen. Mit Ihren Bild- und Textbeiträgen können Sie mit dazu beitragen, dass die einstige Bedeutung des Wassers in Volkskunde und Religionen nicht in Vergessenheit gerät. Bitte beachten Sie, dass wir aus urheberrechtlichen Gründen ausschließlich Fotos verwenden können, die Sie selbst gemacht haben. Über Ihre Anregungen und Mitarbeit freuen sich Klaus Kramer und Team. |
||||||||||||||