Teufelsee. Aquarell von F. Jänicke um 1900.
Der Teufelssee in den Müggelbergen

Allgemeine Informationen über den Teufelssee zwischen Müggelheim und Köpenick

Der Teufelssee bei den Müggelbergen liegt nur 700 Meter südlich des Großen Müggelsees, zwischen den Ufern des Langen Sees und Müggelsees. Der flache und sehr nährstoffreiche Teufelsee bei Köpenick bedeckt eine Fläche von rund 1.600 Quadratmeter. Er ist von sumpfigem Gelände umgeben. Seine Entstehung geht auf die Eiszeit zurück. Strudelwasser schmelzender Eismassen haben den kleinen See und die ihn umgebende Senke ausgespült. Das moorige Gelände wurde durch Bohlenwege für den Besucher erschlossen, die hier seltene Pflanzen, wie Teichrosen, Wasserschierling oder den Sonnentau entdecken können. Rund um den See unterhält die Waldschule Teufelssee einen drei Kilometer langen Naturlehrpfad. Nur wenige hundert Meter südwestlich des Sees, am Hang des 88 Meter hohen Kleinen Müggelberges, liegt das einst beliebte Ostberliner Ausflugsziel Müggelturm. Das 'Müggelgebirge', wie die Berliner den sieben Quadratkilometer großen Höhenzug westlich Müggelheims liebevoll nennen, wird überragt von dem 115,4 Meter hohen Großen Müggelberg. Ebenso wie der Teufelssee, sind auch die Hügel der Müggelberge Relikte der Eiszeit

Neben diesem Teufelssee bei Köpenick gibt es weitere Seen gleichen Namens im Berliner Grunewald und bei Bergholz, nahe Potsdam.

Klaus Kramer

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Der Teufelssee bei Potsdam

Theodor Fontane über den Teufelssee in den 'Müggelsbergen'

[...] Bald ist völlige Stille um uns her; wir haben in unseren Gedanken von Menschen und Menschenantlitz Abschied genommen und fahren drum erschreckt zusammen, als wir plötzlich dreier Frauengestalten ansichtig werden, die mit halbem Auge von ihrer Arbeit aufblicken und dann langsam-geschäftig fortfahren, das abgefallene Laub zusammenzuharken. Die grauen Elsen, unter denen sie auf- und abschreiten, sehen aus wie die Frauen selbst, und ein banges, gespenstisches Gefühl überkommt uns, als wäre kein Unterschied zwischen ihnen und als rasteten die einen nur, um über kurz oder lang die andern bei ihrer Arbeit abzulösen. Wir fragen endlich, »ob dies der Weg nach den Müggelsbergen sei«, worauf sie mit nichts andrem als mit einer gemeinschaftlichen Handbewegung antworten. Einen Augenblick stutzen wir in Erinnerung an die wohlbekannten drei von der schottischen Heide, deren Wink oder Zuruf immer nur in die Irre führt; aber uns schnell vergegenwärtigend, daß die Türme Berlins nur ein paar Meilen in unserem Rücken liegen, folgen wir unter Dank und scheuem Kopfnicken der uns angedeuteten Richtung. Und siehe da, noch hundert Schritt, und es lichtet sich der Wald, und vereinzelte Tannen und Eichen umzirken einen Platz, in dessen Mittelpunkt ein Teich, ein See ruht.

Dieser See heißt der »Teufelssee«. Er hat den unheimlichen Charakter aller jener stillen Wasser, die sich an Bergabhängen ablagern und ein Stück Moorland als Untergrund haben. Die leuchtend-schwarze Oberfläche ist kaum gekräuselt, und verwaschenes Sternmoos überzieht den Sumpfgürtel, der uns den Zugang zum See zu verwehren scheint. Er will ungestört sein und nichts aufnehmen als das Bild, das die dunkle Bergwand auf seinen Spiegel wirft. Der Teufelssee hat auch seine Sage von einem untergegangenen Schloß und einer Prinzessin, die während der Johannisnacht aufsteigt und die gelben Teichrosen des Sees an den Saum ihres schwarzen Kleides steckt. Die Kuhjungen aus Müggelsheim, die hierherum ihre Herden durch Wald und Sumpf treiben, haben das alles mehr denn einmal gesehen und das Knistern ihres Seidenkleides gehört; wir aber, die wir die Johannisnacht sträflich versäumt haben und erst um die Mitte Oktober in diese Gegenden kommen, müssen uns begnügen, den drei harkenden Frauen begegnet zu sein, die so trefflich zur Herbstlandschaft stimmten und spukhaft genug waldeinwärts zeigten.

Unmittelbar hinter dem Teufelssee erheben sich die Müggelsberge. Wir verschmähen den bequemen Weg, der sich hinaufschlängelt, und nehmen den Berg auf geradestem Wege wie im Sturm. Oft zurückgleitend, wo die abgefallenen Kiennadeln am dichtesten liegen, und im Zurückgleiten einen Birkenstrauch oder eine junge Tanne fassend, so dringen wir mutig vor, jede Stelle preisend, an der raschelndes Eichenlaub statt der glatten Nadeln zu unsern Füßen liegt. Nun aber haben wir's überwunden, das Erdreich wird feuchter, Treppeneinschnitte und Rasenbänke gönnen uns abwechselnd einen Halt und eine Rast, und endlich eine dichte Hecke durchbrechend, die fast schon am Grat des Berges entlangläuft, haben wir das Ziel unserer Wanderschaft erreicht - die Höhe der Müggelsberge. [...]

Aus: Theodor Fontane, Wanderung durch die Mark Brandenburg, Vierter Teil: Spreeland

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Mädchen vom Wassermann gespeist

Eine Frau aus Köpenick ging einstens mit ihrer kleinen Tochter in den Wald nach den Müggelsbergen zu, um Reiser zu holen; während des Suchens kamen sie aber auseinander, und als es nun Abend wurde, begann die Mutter, da sich das Kind immer noch nicht zeigte, besorgt zu werden, und rief es ängstlich mit lauter Stimme, hörte es auch bald darauf mit dumpfer Stimme bald hier bald da antworten, aber wenn sie hinkam an den Ort, woher die Stimme erschollen war, so fand sie ihre Tochter nicht. Ganz betrübt ging sie nun nach Hause, um die Nachbarsleute aufzubieten, daß sie ihr Kind suchen hülfen, und die gingen auch mit in den Wald, hörten, als sie das Kind bei Namen riefen, ebenfalls seine antwortende Stimme, konnten es aber gleichfalls nicht finden. So suchte man zwei Tage lang, und kam endlich auch an eine moorige Stelle in der Gegend des Teufelssees, wo man das Mädchen halb im Moor steckend fand; zu Aller Verwunderung war es frisch und gesund, und erzählte, wie alle Tage um Mittag ein freundlicher alter Mann aus dem See gekommen sei, der ihr schönes Essen gebracht, wie sie nie zuvor gegessen habe. Darauf ging sie nun mit der Mutter nach Hause, wurde aber bald krank, denn sie sehnte sich immer wieder zurück nach dem See und dem Manne, der ihr so schönes Essen gebracht. Wenige Tage nur lebte sie noch; der Wassermann hatte es ihr angethan.

Adalbert Kuhn, Märkische Sagen und Märchen, Berlin 1843

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Die verwünschte Prinzessin auf den Müggelsbergen

Bereits Beckmann erzählt in seiner Beschreibung der Mark Brandenburg "von einem gewissen Stein auf den Müggelsbergen, der auf einem etwasniedrigem Hügel liege, ungefähr sieben Fuß lang undsechs Fuß breit und von weißlicher Farbe sei und unter dem, der Sage nach, ein Schatz verborgen liege." Er sagt ferner: "Ingleichen erzählt man, dass sich vor diesem eine ansehnliche Jungfrau daselbst habe sehen lassen, welche vorgegeben, verwünscht zu sein und, um davon befreit zu werden, verlangt hätte, um die Kirche von Köpenick herumgetragen zu werden, so aber nicht gelingen wollen." Es mag ihm aber nicht der Mühe wert erschienen haben, alles so genau und ausführlich zu berichten, wie man sich's heute noch in Müggelsheim und Köpenick erzählt.

Der Stein, von dem er schreibt, liegt heute nicht mehr auf den Bergen; so erzählen wenigstens die Müggelsheimer, welche behaupten, die sämtlichen Brunnen ihres Dorfes seien, nachdem er zersprengt worden, daraus gebaut. Sein Name war der Teufelsaltar und an der Stelle, wo er gelegen, sieht man oft ein Feuer, dass so hell leuchtet, dass man es schon in Müggelsheim gesehen, ist man aber in seiner Nähe und spricht, so verschwindet es. Andere sagen auch, es ist kein Feuer, was einen solchen Schein verbreite, sondern eine große glänzende Kanne von gelber Farbe.

In Köpenik dagegen behauptet man, der Stein, den man hier Prinzessinnenstein nennt, liege noch auf einem der Vorberge in der Nähe des Teufelssees, welcher hart am Fuße der Berge liegt und rings von dunklen Fichten und Moorgrund umgeben ist. Das Wasser dieses Sees ist von dunkler, fast schwarzer Farbe und obgleich er nur sehr klein ist, hat man sich vergeblich bemüht, ihn zu ergründen.

Ferner erzählt man von dem Stein, er liege an der Stelle eines prächtigen Schlosses, in welchem eine schöne Prinzessin gewohnt, die nun verwünscht und mit dem Schlosse in den berg versunken sei. Sie kommt jedoch noch zuweilen zum Vorschein. Unter dem Steine nämlich geht ein Loch tief in den Berg hinein, daraus sieht man sie abends als altes Mütterchen hervortreten. Andere haben sie auch namentlich um Mittag am Ufer des Teufelssees sitzen sehen, wie sie sich im Wasser beschaute und ihre langen Haare kämmte.

So sah sie einst ein kleines Mädchen aus Köpenick, das in der Nähe mit seiner Mutter Beeren gesucht, von jener sich zu weit entfernt hatte und, da es dieselbe nicht wieder finden konnte, weinend im Wald umherirrte. Da hat es die Prinzessin mit sich hinunter genommen in ihr Schloss und reich beschenkt nach kurzer Zeit wieder heraufgebracht.

Sieht man sie am Abend aus dem Berge hervorkommen, so erblickt man ein Kästchen, das schieres Gold enthält, in ihrer Hand. Das soll der bekommen, welcher sie dreimal um die Kirche von Köpenick trägt und sich dabei nicht umsieht, denn dadurch wird sie erlöst. Einen hat es einmal nach dem Gold gelüstet und er hat das Wagestück unternommen. Da nahm er sie denn auf den Rücken, denn sie war federleicht und schritt mit ihr nach Köpenick zu, aber je näher er der Stadt kam, desto schwerer wurde sie. Doch er hielt tapfer aus und kam endlich mit ihr zur Stadt. Nun begann er seinen Umgang um die Kirche, da aber erscheinen plötzlich Kröten und allerhand scheußliche Tiere mit feurigen Augen, kleine Leute stürzten wild hinter ihm her und warfen ihn mit Holzstückchen und Steinen, aber er ließ sich durch das alles nicht irren und schritt getrost vorwärts.

So war er schon bald bis zu dritten Umgang gekommen und hatte fast seine Aufgabe vollendet, als er einen fürchterlich roten Schein erblickte, wie wenn ganz Köpenick in Flammen stände. Da vergaß er das Verbot und sah sich um. Im Augenblick war alles verschwunden und ein heftiger Schlag raubte ihm das Leben.

Auif dem Kietz bei Köpenick wohnte vor vielen Jahren ein Fischer, namens Buke, welcher die Fischerei auf der Müggel hatte. Der sah oft, wenn er am hellen Mittag seine Netze warf, einen mit vier Pferden bespannten Wagen, auf dem eine weiße Gestalt saß, von den Müggelbergen herunter fahren. Alle vier Pferde aber hatten keine Köpfe. Nachdem er nun mehrmals diese Erscheinung gehabt und sie eines Tages abermals sah, war es ihm, als höre er eine Stimme, die ihm zurufe, er solle nachts um zwölf Uhr auf den Kirchhof zu Köpenick kommen und warten. Da würde ihm die Prinzessin erscheinen und wenn er diese drei mal um die Kirche herumgetragen, ohne sich umzusehen, so würde dieselbe erlöst sein und er den großen Schatz bekommen, der unter dem großen Steine liege. Da ist er denn auch nachts hin gegangen und hat seinen Marsch mit der Prinzessin auf dem Rücken begonnen, aber kaum war das geschehen, so sah er einen großen, gewaltig schwer beladenen Heuwagen heranfahren, den zogen vier kleine Mäuse und das war ihm so grausig, dass er dem Wagen im Vorbeifahren unwillkürlich mit den Augen folgte und sich endlich ganz umsah. In dem selben Augenblick bekam er ein paar derbe Ohrfeigenund prinzessin und Wagen waren verschwunden.

Andere sagen auch, er hätte keinen weiteren Spuk gesehen, aber seine Frau, die schon längst eifersüchtig auf ihn war, hätte ihn durch die Ohrfeigen zum Umsehen gebracht und ihn dann tüchtig ausgescholten.

Aus einem Sagenbuch mit unbekanntem Titel, um 1900

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Der Miggelberg (Müggelberg) bei Köpenick

Der Miggelsee in der Mittelmark liegt vor dem Städtchen Köpenick zwei Meilen oberwärts Berlin und ist von der Miggelbude bis Ransdorf eine halbe Meile ohngefähr lang. Die Spree fließt mittendurch, so dass man sie gleich einem breiten Fahrweg von dem anderen Wasser unterscheiden kann. Von diesem See hat auch die daran gelegene und aus vielen Hügeln von verschiedener und zum Teil gar merkwürdiger Höhe zusammengesetzte bergige Höhe den Namen des Miggelberges, so mit vielen schlanken Eichen und Fichten besetzt ist. Man ziehet auch von einem gewissen Stein, so daselbst auf einem etwas niedrigern Hügel liegt und sieben Fuß ohngefähr lang und sechs Fuß breit und weißlich von Farbe ist, allerhand Zeitungen von einem darunter verborgenen Schatz, welches zwar keinen Grund hat, dieses aber wohl sein kann, dass einiges Metall darinnen verborgen, weil er aus vielem Kies und dergleichen scheint zusammengesetzt zu sein, die Stücken auch in Vergleich mit anderen Steinen gleicher Größe ziemlich schwer sein. Ingleichen erzählt man, dass sich vor diesem eine ansehnliche Jungfrau daselbst sehen lasse, welche vorgegeben, verwünscht zu sein und um davon befreit zu sein, verlanget hätte, um die Kirche zu Köpenick herum getragen zu werden, so aber nicht gelingen wollen, nicht viel anders als man in den Geschichten der Melusine von dem König Hermann in Norwegen und seinen Töchtern liest. Endlich wird auch vorgegeben, dass man zu Zeiten ein Getöse von Jagdhörnern und Gebelle von Hunden daselbst gehöret. Am Fuß des Miggelberges liegt der Teufelssee, den Ursprung des Namens weiß man nicht, ist aber kein Zweifel, dass wie es hier an allerhand Erzählungen von Jagdgespenstern nicht mangelt, eine solche Gespenstergeschichte den Anlass gegeben.

Welche Bewandtnis es mit mehreren Teufelsseen der Mark Brandenburg haben mag, als mit dem Teufelssee zwischen Kolminchen, mit dem Teufelssee bei Belitz, dem Teufelssee in der Kunersdorfer Heide, dem Teufelssee bei Bötzow in der Nähe von Spandau und dem Teufelssee bei Dobbriskau im Amte Zinna.

J. G. Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staates Bd. I, Glogau 1868

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Eine weitere Fassung vorstehender Sage findet sich bei Edmund von Felsthal:

Von dem verwunschenen Fräulein und dem Schatz im Teufelssee bei Köpenick

Die Miggelsberge bei Köpenick unweit Berlin liegen die Miggelsberge und der große Miggelsee, in welchem die Spree, eine helle Stromlinie, siech ergießt. An diesem See und in der romantischen Waldgegend ließ sich vordem eine schöne Jungfrau sehen, bald in einfachem Frauengewand, bald im Putz des fürstlichen Standes. Sie war Ottocars, des Königs von Böhmen Tochter, von dem sie auf einige Zeiten hierher verwünscht worden war.

Alle dreimal sieben Jahre, vom Tage der Verzauberung an, zeigte sie sich in Gestalt eines lieblichen Seefräuleins und bat mit flehender Gebärde den von ihr erwählten Mann, sie aus dem Banne zu befreien. Dafür solle dieser in den Besitz großer Schätze gelangen.

Die Befreiung bestand darin, dass der Entschlossene sie furchtlos vor drohenden Gefahren dreimal auf dem Rücken um die Hilbertskirche zu Köpenick tragen müsse. Nur wenige haben sich zu diesem Versuche entschlossen - Keiner hat ihn bestanden und alle sind vor Entsetzen geflohen.

Ein fremder, mutiger und entschlossener Ritter hatte die Jungfrau einst schon zwei mal um das Gotteshaus getragen, beim dritten mal aber traten ihm entsetzliche Schlangen und feurige Schreckgestalten in den Weg. Voller Todesängste sank er zu Boden und die Jungfrau und ihre Erscheinung war verschwunden.

Die Sage lässt einen schwarzen Wassergeist, der im Teufelssee unter den Gebirgen seine Wohnung hat, den Schatz der Prinzessin bewachen, der sich 20 Klafter tief unter einem weißen Stein befindet. Jäger und Holzschläger vernehmen hier zuweilen ein grauenhaftes Geräusch von Hornblasen und Hundegebell durch die Eichwaldung brausen und sie sagen dann, der böse Geist schwärme durch’s Dickicht und suche die Jungfrau auf.

Edmund v. Felsthal, Des deutschen Volkes Sagenschatz, Schwäb. Hall um 1846

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Der Schwan im Teufelssee

Im Teufelssee am Fuß der Müggelsberge bei Köpenick hat sich früher oft ein Schwan sehen lassen, das ist die Prinzessin gewesen, deren Schloß dort in den See versunken ist.

Anmerkung von A. Kuhn:
Der Schwan im Teufelssee. Vgl. Märk. S. Nr. 111. Die Schwanengestalt der Prinzessin zeigt sie noch mehr als der Berhta gleichstehend, Grimm Myth. 400, wie sie auch der Holda darin gleicht, daß sie im See wohnt. Auch das wilde Heer muß nach der älteren Sage bei ihr im Berge gewohnt haben, denn in Friedrichshagen erzählt man, daß man dasselbe oft von den Müggelsbergen herunterbrausen höre, und schon Beckmann berichtet (histor. Beschrb. der Mk. Brand. I. 1098.), daß man in dem Müggelsberge oft des Nachts ein sonderbares Getöse von Jagdhörnern und bellenden Hunden höre. Dazu vgl. man die Sagen von der Frau Harke unter Nr. 126.

Adalbert Kuhn, Märkische Sagen und Märchen, Berlin 1843

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Der Spuk am Teufelssee

Ein Mann aus Köpenick war einst am Johannistage nach Müggelsheim gefahren, hatte sich dort aber etwas verspätet, so daß es finster war, als er den Heimweg antrat. Wie er nun an den Teufelssee kommt, stutzen seine Pferde plötzlich und wollen nicht vorwärts, so daß ihm ganz unheimlich zu Muthe wird und er sie nun mit aller Macht antreibt; da bäumten sie sich auf und liefen in gestrecktem Lauf davon, aber in den Fichten ließ sich ein wunderbares Getöse hören, und allerhand seltsame Gestalten flogen zwischen den Bäumen dahin, so daß er Gott dankte, als er endlich glücklich nach Hause kam.

Auch Beckmann sagt am oben angeführten Orte »wie man vorgebe, daß dort zu Zeiten ein Getöse von Jagdhörnern und Gebell von Hunden gehört werde.«

Adalbert Kuhn, Märkische Sagen und Märchen, Berlin 1843

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