Die Insel Wörth im Würmsee1 in Oberbayern

Mündlich.

Auf der Insel im Würmsee bei Starnberg, Steuerblalt S.W.x.9. sind die Überreste einer sehr alten Kirche. Unter dem Hochaltar liegt schwarze Erde mit Kohlen und Urnentrümmern. Auf dieser Insel sollen vor undenklichen Zeiten drei Fräulein2 gewohnt haben, welche sehr fromm waren.

Friedrich Panzer, Bayerische Sagen und Bräuche, München 1848




1 Heute Starnberger See.
2 Die drei Beten: Ambet als jungfräulich-mütterliche Erdgöttin, Borbet als mütterliche Sonnengottheit und Wilbet als Glücksgöttin und Mondfrau. Die drei Beten galten ursprünglich als vorgeschichtliche bäuerliche Göttinnen der Fruchtbarkeit, Ernte und Helferinnen gegen Krankheit, Viehseuche und Kindsnöte. Eine der Beten wurde häufig mit einem Wickelkind auf dem Schoß dargestellt, was nicht selten zu einer Verwechselung mit der christlichen Jungfrau Maria führte. Mitunter werden die Beten auch als Schicksalsfrauen nach dem Vorbild der germanischen Nornen oder als Totengöttinnen angesehen. Heute werden sie jedoch eher der keltischen Mythologie zugerechnet oder werden als Hauptgottheiten einer matriarchalisch ausgerichteten Religion betrachtet. Das Wort 'beten' lässt sich auf die drei Göttinnen zurückführen.
Die katholische Kirche adaptierte vorchristlichen Göttinnen und verehrt sie in der Form der 'Drei Jungfrauen' oder 'Drei heiligen Madeln' in der Gruppe der Vierzehn Nothelfer. Einzeln kommen sie häufig in der regionalen Heiligenverehrung vor, selten jedoch gemeinsam. Ihre jeweiligen Attribute nennt der volkstümliche Merkspruch: "Margaretha mit dem Wurm (Drachen), Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl".

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