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Die steinernen Brunnenlöwen
Im Brunnen auf dem Markte zu Coburg stehen zwei steinerne, Wasser speiende Löwen, von welchen uns Folgendes erzählt wird: Als einst ein reicher Geizhals der Stadt Coburg auf dem Sterbebette lag, bereute er seine Sünden auf das Tiefste. Um dieselben zu sühnen, fasste er den Entschluss, seine ganze Habe dem Waisenhause mit der Bedingung zu vermachen, dass die Waisenkinder an seinem Grabe weinen und für seine Seele beten sollten. Als dieses der Abt des Barfüßerklosters vernahm, eilte er rasch zu dem Sterbenden, um ihm die Sakramente zu reichen. Unterwegs dachte der Abt bei sich selbst: „Du willst den Mann bereden, dass er sein Geld und Gut nicht den Waisen, sondern dem Kloster schenkt.“ Wegen solch gottloser Gedanken strafte ihn Gott; denn plötzlich wurden die Brunnenlöwen lebendig, sprangen fürchterlich brüllend von ihren Gestellen und verschlangen den Abt samt der Monstranz. Nachdem dies geschehen, wurden die Löwen wieder in Stein verwandelt und in den Brunnen von Neuem eingemauert. Die Leute erzählen sich, dass der Abt zuweilen nachts die zwölfte Stunde mit schaurigem Hornruf vom Kirchturm verkündet. Hermann Wettig, Die schönsten Sagen und historischen Erzählungen aus dem Herzogtum Coburg und seiner Umgebung, Coburg 1899 |
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| Wasser ist Leben.!
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