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| Verborgen hinter dichtem Gebüsch und Bäumen, umzäunt mit Stacheldraht, wird das türkise Kleinod der Zwiefaltener Kesselquelle heute vor dem Publikum verborgen. | ||||||||||||||
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Wassergeist bei Zwiefalten
Am 'Kessel', einer riesigen Quelle bei Zwiefalten, weidete einst eine Viehherde. Ein Student ging an ihr vorüber und fasste einen schönen Stier beim Schwanz. Aber der Stier lief, was er vermochte, mit dem Studenten dem Kessel zu. Der Studio konnte seine Hand nicht mehr loslassen und ward von dem Stier ins Wasser geschleppt. Beide versanken alsbald spurlos im Kessel. Die Quelle soll bis in die Hölle hinabreichen, so tief soll sie sein. Man glaubt, jener Stier, der niemand gehörte, sei der Teufel gewesen. Vergl. die Sagen vom Mummelsee in Grimmelshausens Simplizissimus. Über den 'Stier' vergl. Grimm, Mythol. I. 458. Harrys Sagen S. 79. Der 'Elbstier' bei Kuhn, nordd. Sag. Nr. 288. Anton Birlinger, Volkstümliches aus Schwaben Bd. I, Sagen, Märchen, Volksaberglauben, Freiburg 1861 |
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Der Ochse im Quelltobel Hinter dem Kloster Zwiefalten kommt ein zweiter Quellfluss der 'zwiefältigen Ach' aus dem Kesseltobel, der sich vom Kloster gegen Abend in der Richtung auf Upflamör hinzieht. Der Kessel ist ein großer Quelltopf, der dem Blautopf an Umfang wenig nachgibt. Er soll bis auf den Grund der Hölle hinuntergehen. Dort weidete einmal ein riesiger Ochse, von dem niemand wusste, woher er gekommen. Ein fahrender Schüler, der zufällig des Wegs daherwanderte, wollte den Ochsen an den Hörnern fassen. Alsbald konnte er diese nicht mehr loslassen, und der Ochse rannte mit ihm dem Kessel zu und verschwand darin. Seitdem hat man von beiden kein Dinglein mehr gesehen. Leander Petzold, Schwäbische Sagen, Düsseldorf 1975 |
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![]() Türkis wie ein kostbarer Edelstein schimmert das klare Wasser der Quelle. |
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| Der seltsame Fund
Ein armer Schuster in Zwiefalten schickte eines Tages seine Tochter nach Ottenhöfen, um dem dortigen Cristlesbauer die geflickten Schuhe zu bringen. Als das Mädchen entlang der Zwiefalter Aach seines Weges ging, erblickte sie im Sumpf des Ufers plötzlich ein überaus fein gearbeitetes Kästchen, voll mit schönen farbigen 'Gluckern'. Das Mädchen wunderte sich über den seltsamen Fund. Doch da es an den reparierten Schuhen genug zu tragen hatte, nahm sie nur einige der schönen Glucker an sich und gedachte das Übrige auf dem Heimweg mitzunehmen. Als sie auf dem Rückweg wieder an die Stelle kann, erinnerte sich das Mädchen an ihr Vorhaben. Doch so sehr sie den Uferbereich auch absuchte, sie fand im Morast lediglich ihre alten Fußstapfen. Das Kästchen jedoch blieb verschwunden. Da glaubte sie schon Alles nur geträumt zu haben. Doch als sie in ihre Tasche griff, spürte sie, dass die Glucker tatsächlich vorhanden waren. Da holte das Mädchen seinen Fund hervor und betrachtete ihn neugierig. Voller Erstaunen bemerkte es, dass die Kugeln aus purem Gold waren. Da rannte das Mädchen schnell nach Hause und zeigte ihren Fund den Eltern. Diese verkauften den Schatz und wurden reiche Leute. Nach Manfred Wetzel und Joachim Burzik, Der Schatz im Berg, Reutlingen 1985 |
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![]() Direkt neben dem Quelltopf befindet sich heute die Wasserentnahmestelle der Albwasserversorgung. |
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![]() In Zwiefalten zeigt man lieber klösterliche Pracht. Naturdenkmal und das vorchristliche Quellheiligtum Kesselquelle sind bedauerlicherweise für das Publikum gesperrt. |
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![]() In unmittelbarer Nähe der Kesselquelle entstand das imposante Zwiefalter Kloster. Man muss bei diesem Anblick an die Worte von H. Tögel in 'Christliche Welt' denken: "Der berühmte Blautopf bei Blaubeuren und seine nicht ganz so berühmte Schwesterquelle bei Schelklingen, der Aachtopf, sind sicherlich in der heidnischen Zeit heilige Stätten gewesen. Gewiss nicht nur aus Nützlichkeitsgründen sind unmittelbar neben ihnen christliche Klöster entstanden, sondern auch um die Kraft dieser mit Heiligkeit geladenen Orte in das Christentum emporzuheben ..." Man darf sicher auch die eindrucksvolle Kesselquelle der 'zwiefältigen Ach' in die Reihe der alten Quellheiligtümer einreihen, neben denen Klöster die neue Macht der Kirche repräsentierten. Auch die Schatzsage 'Der seltsame Fund' weist in diese Richtung. Sie könnte ein verschlüsselter Hinweis sein, dass hier in früheren Zeiten ein Opferdepot entdeckt wurde. |
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![]() Die einstige Macht und der Reichtum des Zwiefaltener Klosters lässt sich an der Pracht der Klosterkirche ablesen. |
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![]() In den Gebäuden der Klosteranlage befindet sich heute ein psychiatrisches Zentrum. Die Freigänger können in den weitläufigen Parkanlagen in ihrer eigenen Welt leben. |
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