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![]() Blick vom 1064 m hohen Seekopf auf den in 910 m ü.N.N. liegenden vereisten Wildsee. |
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Vom wilden See am Ruhestein
Mündlich aus Schönmünzach und dem roten Murgtal. In dem wilden See beim Katzenkopf, aus dem die Schönmünzach entspringt, soll ein Nonnenkloster versunken sein, daher er beim Volke auch Nonnensee heißt. Er gilt ebenfalls für unergründlich tief und darf nicht befahren werden, denn wenn man in die Mitte kommt, geht das Fahrzeug unter. Wirft man einen Stein hinein, so soll es ein Wetter geben. Mittags um zwölf Uhr hört man noch immer in der Tiefe die Glocken läuten. Auch Gesang und Musik will man hier schon vernommen haben. Ein alter Bauer namens Volz, der im Schönmünzachtale wohnt, bewahrt noch einen großen Schlüssel, der zu der versunkenen Kirche gehören soll. So geht die Sage in Schönmünzach. Im roten Murgtal, Obertal usw. erzählt man: In der Nähe des wilden Sees sehe man noch behauene Steine als Reste eines Mauerwerks. In dem See aber, sagt man, leben Seemännlein und Seeweiblein. Die seien ehedem oft nach Obertal und auf die Höfe des roten Murgtals gekommen und hätten für die Menschen gearbeitet. Zwei Seefräulein oder Nonnen seien aber oftmals drei Stunden weit bis nach Schwarzenberg gegangen, um zu tanzen und hätten auch Liebschaften gehabt mit den Burschen im Tal. Das alte Seemännlein kam übrigens immer ganz 'verzottelt' daher, weshalb ein Bauer im roten Murgtal ihm neue Kleider machen ließ. Nachdem es diese genommen, sprach es: "Jetzt hab ich meinen Lohn", und hat sich seitdem nicht wieder sehen lassen. Burkhardt, Schwarzwalds Sagenkranz, Freudenstadt 1926 |
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Der Wildsee In seinen Tiefen hausen ebenfalls schlimme Geister; diese aber sind bei Tag als schwarze Fische zu sehen. Oft auch lässt sich in seinem Grunde ein Spielmann lustig musizierend hören, worauf sich dann immer ein Unglück in der Gegend ereignet. Auch geht die Sage, es sei einstmals ein fremder Herr in prächtigem Kleide zu Pferd auf dem Moos erschienen; der sei vor den Augen eines Hirtenmädchens spornstreichs auf den See zugesprengt, Mann und Ross alsbald in dessen Tiefe verschwunden und nur der Federhut des Kavaliers sei noch eine Zeit lang oben auf dem Wasser geschwommen. August Schnezler, Badisches Sagenbuch, Karlsruhe 1846 |
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![]() Der noch teilweise vereiste Wildsee am Ruhestein bei Frühjahrsbeginn. |
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