Der als Naturschutzgebiet ausgewiesene Ursee bei Lenzkirch.
Der Ursee
(08° 10' 14'' O, 47° 51' 55'' N, Alt. 835 m)

Am Fahrweg von Raithenbach gen Fischbach, wo der 'Tabaksbue' sein neckend Unwesen treibt, der einst zu Lebzeiten Grenzsteine versetzte, türmt sich über einem traurigen Seelein, dem Ursee, ein gewaltiger Fels auf mit einer kleinen Höhle. 'Stoßfelsen' ist er benannt und die Höhle 'Bärenhöhle', weil einst hier Bären gehaust haben sollen. Ließ man in dieser Höhle durch einen Felsspalt ein Steinchen fallen, so hörte man früher nach einigen Minuten deutliches Aufschlagen auf dem Wasser des Ursees, der sich weit unter der Erde gen Westen zieht.

Bei diesem See pflügte einst ein Bauer mit einem prächtigen Joch Ochsen, sein kleines Büblein machte den Treiber. Die Ochsen wurden störrisch und kein "ho hü" half. Da tat der Bauer den Fluch: "Wenn eich nu allzsmme der Teufel hole tät!" Kaum gesagt, ziehen die Ochsen an und eilen schnurstracks ins Wasser, den Knaben mit sich reißend, der sich aber noch im letzten Augenblick retten konnte. Vom Gespann sah man nichts wieder, bis nach einigen Jahren das Jochholz plötzlich am Titisee ans Ufer geschwemmt wurde, was man als Beweis nahm, dass zwischen Ursee und Titisee eine Verbindung bestehe.

Am Ursee, dessen Wasser unermesslich tief ist, hatten von jeher die Hexen ihren Tummelplatz, wo sie mit dem Leibhaftigen ihre Orgien feierten und ihre den umliegenden Höfen gefährlichen Beratungen hielten. Noch jetzt kann man, besonders in der Walpurgisnacht, gar deutlich deren Tun und Treiben beobachten.

J. Waibel u. H. Flamm, Badisches Sagenbuch, Freiburg 1899

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Die in der Sage erwähnte Bärenhöhle im Stoßfelsen.

Urseemmoor.

Der kleine sagenumwobene Moorsee vom 'Urseeblick' am vorbeiführenden Wanderweg aus gesehen.
Das Urseetal.

Der 'Stoßfelsen' vom Tal aus gesehen. In dem Waldgebiet unterhalb des Felsens entspringt der Urseebach.
Blick vom Stoßfelsen Richtung aufgehende Sonne. Zur Mitsommerzeit dürfte sich das Morgenrot, von hier aus gesehen, im See (Mitte) spiegeln.
Die Bärenhöhle unterhalb des Stoßfelsengipfels.
Auf der Rückseite des Stoßfelsens.

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