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Die ehemalige Benediktinerabtei St. Trudpert im Münstertal. Im Vordergrund die kleine Trudpertuskapelle, in deren Gruft die heilige Quelle entspringt. Der Legende nach hatte sich an diesem Ort, um 604, ein vermutlich iro-schottischer Mönch niedergelassen, um das Christentum zu predigen. Es ist bekannt, dass die hier ansässigen Alemannen die Quellen verehrten. Hatte sich der Mönch, um sich Zugang zu den Menschen zu verschaffen, um diese zu missionieren, an einer Quelle niedergelassen, die den Talbewohnern heilig war? |
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Die Quellenkirche des Klosters St. Trudpert
47° 51' 51.25" N, 7° 48' 14.08" E, Alt. 457 m üNN Sagenhaftes: |
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![]() Der Ursprung des Klosters und der spirituelle Mittelpunkt war und ist heute noch die Quelle, die unter der Grabeskapelle des hl. Trudpert entspringt. Ein aufwendiges Barockgitter trennt den öffentlich zugänglichen Raum von dem symbolischen Steinsarkophag des Heiligen. Dieser wird von den Skulpturen Ehrentruds und Ruperts, den Geschwistern des Heiligen, flankiert. |
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Sankt Trudpert
Nach teilweise mündlichem Bericht. Wo jetzt St. Trudpert steht, war ehedem undurchdringliche Wildnis. Dornig Geheck bedeckte die Halden und Triften. Den halbwilden Heideleuten, die dort hausten, machten Bären und Wölfe den Unterschlupf streitig. Hier sich niederlassen zu dürfen und ein Stück Land urbar zu machen, dies Begehr stellte St. Trudpert an den Herrn dieses Tales, den Grafen Otbert vom nahen Breisgau. Nachdem er diese Erlaubnis erhalten hatte, trennte sich St. Trudpert von seinen beiden Geschwistern, dem hl. Rupert und der hl. Ehrentrud, die mit ihm das Vaterhaus auf Erins Eiland verlassen hatten, um den heidnischen Bewohnern im fernen Lande zugleich mit dem Samen des göttlichen Wortes auch den Samen künftiger Kultur und Gesittung ins wilde Erdreich zu senken. Mit welchen Schwierigkeiten der heiligmäßige Einsiedler sein Werk begann, deutet uns die Sage von St. Trudperts Beilwurf an, nach welcher anderthalb Stunden von Trudperts Siedelplatz im Möhlingrunde, ein anderer Mann, St. Ulrich, gleichfalls eine Hütte baute. Da beide nur ein Beil miteinander hatten, mussten sie sich dieses gegenseitig über das Gebirge zuwerfen.1.) Als Graf Otbert sah, wie der ehemals fruchtbare Boden reiche Früchte brachte, stellte er sogar noch sechs Knechte zur Unterstützung. Doch diese waren meist Heiden und die alten Götter lebten noch fort in ihrem Herzen. Da sie dem heiligen Mann helfen sollten, eine Kirche zu bauen, erfasste sie Widerwillen und im grimmen Hass schlugen sie ihn mit seinem Beil tot. Ein 800 Jahre alter Pergamentbrief gibt an, dass dies unter Kaiser Phokas und Papst Bonifaz geschehen ist. Die Mörder, ein Brüderpaar, flohen ziellos durch den Wald, aber nachdem sie drei Tage und drei Nächte umhergeirrt, fanden sie sich wieder am Orte ihrer Bluttat. Dort wurden sie ergriffen und vors Gericht gestellt. Der eine wurde gehenkt, der andere hatte sich vorher das Leben genommen. Der Leib des heiligen Trudpert aber wurde begraben und Graf Otbert vollendete das Kirchlein. 36 Jahre später soll der Heilige, wie die fromme Legende erzählt, einem Manne erschienen sein und die Bitte vorgebracht haben, ihm doch ein anderes Grab anzuweisen, weil er ganz im Wasser liegen müsse. Sein Grab ward darauf geöffnet, sein Leichnam unverwest gefunden und im St. Trudpertkirchlein untergebracht. Später ließen sich Benediktiner in der Gegend nieder, Brände zerstörten einige Mal die stillen Wohnungen der Mönche und auch die in der Nähe erbaute Stadt verschwand vom Erdboden, man weiß nicht mehr wann und wie. Reste des Klosterhauses dienen heute als Pfarrhaus und als Sommerresidenz der Freiherren von Menzingen. 1. Die beiden Heiligen lebten zeitlich um mehrere Jahrhunderte entfernt. Die Bergleute wähnen, nach einem im ganzen Mittelalter verbreiteten Glauben, dass die Nähe eines Mönchs ihnen Unglück bringe und das Erz unter seinen Füßen verschwinden lasse. Daher suchten die von St. Trudpert, so oft sich der Abt in ihrem Bereiche sehen ließ, nach uraltem Brauch den bösen Blick durch Hohn und unanständige Gebärden abzuwenden; dafür wurden sie vom hl. Trudpert durch ein großes Grubenunglück bestraft. Waibel u. Flamm, Badisches Sagenbuch, Sagen Freiburgs und des Breisgaus, Freiburg 1899 |
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Das Grab St. Trudperts und das Wasser, das unter seiner Grabesstätte entspringt, übten Jahrhunderte lang eine große Anziehungskraft auf die Gläubigen aus. In der Blühtezeit der Trudpertusverehrung fand jährlich ein achttägiges Heiligenfest statt. Während dieser Zeit waren Grabeskirche und heilige Quelle das Ziel zahlreicher Wallfahrtsprozessionen aus nah und fern. Heute wird der Sonntag nach dem 26. April von der Gemeinde als Trudpertusfesttag begangen. An diesem Tag wird der barocke Reliquienschrein von 1714 in feierlicher Prozession um Kapelle, Kloster und Pfarrkirche getragen. |
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Beilwurf
Als der heilige Trudpert im oberen Münstertal den Wald lichtete und sich eine Hütte baute, tat anderthalb Stunden davon, im Möhlingrunde der hl. Ulrich das Gleiche. Beide hatten zusammen nur ein Beil welches abwechselnd einer dem anderen über das Gebirge zuwarf, wenn er einen Tag damit gearbeitet hatte. Bernhard Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden Teil I, Karlsruhe 1851 Wie oben bereits vermerkt, lebten Trudpert und Ulrich um einige Jahrhunderte auseinander. |
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Der Legende nach wurde Trudpert dort, wo heute die Quelle entspringt von zwei Einwohnern des Tals erschlagen. Ob die Quelle erst nach dem Tod Trudperts entsprang oder ob die heidnischen Anwohner die Anwesenheit des christlichen Missionars an ihrer heiligen Quelle als Sakrileg und Verhöhnung ihrer Götter empfanden, lässt sich heute nicht mehr klären. Das Bild zeigt eine Kassette des Deckengemäldes mit Trudperts Tod. |
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Kreuz zu St. Trudpert In St. Trudpert ist ein silbernes Kreuz, beiläufig zwei Schuh hoch, das auf der einen Seite den gekreuzigten, auf der anderen den weltrichtenden Heiland zeigt und einen Kreuzpartikel einschließt. Dasselbe nahmen einmal die Gläubiger des Klosters weg, um sich bezahlt zu machen; allein sie konnten es nur bis Kropbach, durchaus nicht weiter, bringen. Auf dieses gaben sie es dem Kloster zurück und erließen demselben seine Schuld. Bernhard Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden Teil II, Karlsruhe 1859 |
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![]() Die heutige Trudpertuskapelle entstand 1698 anstelle eines früheren Rundbaus. Sie wurde 1731 konsekriert. Kapelle und die in der, von außen zugänglichen, Gruft austretende Quelle sind noch heute das Ziel vieler Pilger. |
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![]() Das einst mächtige Kloster St. Trudpert wurde um 800 von Benediktinern aus St. Gallen gegründet. Am Eingang zum Münstertal gelegen, profitierte es vom reichen Silberbergbau der Region. Durch Fälschung von Urkunden und durch geschicktes Ausnützen, der in Geldverlegenheit geratenen Vögte, konnte sich das Kloster die Grundherrschaft über das gesamte Talgebiet sichern. Über Jahrhunderte war St. Trudpert kirchlicher, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt des Münstertals. Es war Ausgangspunkt für die Christianisierung im Südschwarzwald. Während des Bauernkrieges zwischen 1518 und 1525 wurde die Abtei immer wieder von marodierenden Horden heimgesucht und im 30-jährigen Kriege durch die Schweden vollständig zerstört. Ende des 16. Jahrhunderts begann der Wiederaufbau des Klosters. 1806 fiel die Abtei an Baden und wurde im Zuge der Säkularisation aufgehoben. 1919 übernehmen Schwestern vom heiligen Josef aus Saint Marc die Bewirtschaftung der Klostergebäude. 1920 geht hieraus die Provinz der Schwestern vom heiligen Josef zu Sankt Trudpert hervor. Einige Gebäudeteile dienen dem Orden heute als Mutterhaus und als Altersheim. |
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![]() Blick in die einstige Klosterkirche. Sie dient heute als Pfarrkirche des Ortes. |
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![]() Teil der herrschaftlichen Klosteranlage. |
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![]() Die St. Trudpertuskapelle vor den Kostertoren. |
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