Geweihtes Pfingstwasser in Oberschwaben

Von dem geweihten Pfingsttaufwasser holt sich jede Familie ein bis zwei Krüge voll. Davon muss jeder Hausbewohner trinken und sich die Augen waschen. Den kleinen Kindern tut dies die Mutter. Es gibt helle Augen. Am Pfingstmontag gehen Hausväter und Mütter mit dem Pfingsttaufwasser auf ihre Felder und besprengen diese mit dem geweihten Wasser.

Von dem geweihten Salze wird ein wenig gegessen. Das übrige wird im Wasser aufgelöst und man lässt es zu einer runden Scheibe verhärten, die aufbewahrt wird. Davon streut man dem Vieh aufs Brot, wenn man es das erste Mal einspannt oder auf den Markt treibt, aber auch einem gekauften Stück, wenn man es in den Stall bringt.

Anton Birlinger, Volkstümliches aus Schwaben, Sagen, Märchen, Volksaberglauben, Freiburg 1861

Wasser ist mehr als H2O!

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