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Foto: Wikipedia Munderkingen |
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Das Brunnenspringen in Munderkingen In Munderkingen an der Donau musste am Aschermittwoch der jüngste Bürger der Stadt, d.h. wer zuletzt Hochzeit gehalten, dreimal in den Marktbrunnen springen. Alle Bürger begleiteten ihn vom Rathause aus bis an den Brunnen. Er trug weiße Hosen und eine rote Weste. Ehe er hineinsprang, wurde das Wasser, das etwa 10 bis 12 Schuh tief sein soll, umgerührt, so dass es recht wallte. Dann brachte der Springer ein Vivat aus. (Die Munderkinger sagen "Vivat", und haben auch sonst viel Eigenes in der Sprache.) Das erste Vivat galt gewöhnlich dem Liebchen; dann ein zweites dem König, dem Magistrat usw. War er nun hineingesprungen und tauchte wieder hervor, so reichte man ihm eine Stange hin, dass er herauskommen konnte. Dann sprang er auf dieselbe Weise noch zweimal hinab und brachte jedes Mal ein Hoch aus. Seit etwa 15 Jahren (um 1846) hat der Oberamtmann das 'Brunnenspringen' bei Strafe verboten, wie sogar eine besondere Tafel an dem Marktbrunnen aussagt. Anton Birlinger, Volkstümliches aus Schwaben, Sagen, Märchen, Volksaberglauben, Freiburg 1861 |
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