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Der Huzenbacher See bei Baiersbronn im Schwarzwald
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Sagenhaftes vom Huzenbacher See |
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Anmerkungen zum Huzenbacher See
Der Huzenbacher See ist einer der sieben Karseen des Schwarzwalds. Er liegt 747 m hoch, oberhalb der Schwarzwaldgemeinde Huzenbach bei Baiersbronn. Das Kar entstand am Ende der letzten Eiszeit vor 30.000 bis 25.000 Jahren durch den hohen Druck abschmelzender Eismassen. Ursprünglich besaß der See einen größeren Durchmesser. Vom Berg nachrutschende Gesteinsmassen haben ihn im Laufe der Zeit jedoch immer mehr eingeengt. Mehrere Quellen an den Berghängen und in direkter Nähe des Ufers speisen den See. Der wasserreiche Ausfluss hat im Laufe der Jahrhunderte eine tiefe Schlucht in das lockere Gestein des von dem abschmelzenden Gletscher aufgehäuften Damms, gegraben. Dadurch senkte sich der Wasserspiegel beständig bis hin zu einem kleinen Moorsee, den Wasserpflanzen bis heute zusehends zuwucherten. Das Erste, was von dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hutzenbach überliefert ist, betrifft um 1085 eine Schenkung an das Kloster Reichenbach, die das Gebiet rings um den Huzenbacher See umfasst. Dieser wird darin "ein Sumpf" genannt, aus dem der 'Sebach' abfließt. Es gab sicher einen Grund, warum gerade dieses, sonst wirtschaftlich wertlose, sumpfige Gelände dem Kloster übereignet wurde. Der Name Hutzenbach taucht erst 200 Jahre später in einer Urkunde auf, nach der Pfalzgraf Ludwig von Tübingen 1289 seine gesamten dortigen Rechte dem Kloster Reichenbach übertrug. Im Langenbachtal erzählt man sich noch heute, dass in der Nähe des Sees ein Nonnenkloster gestanden habe und es gibt eine Sage, wonach die Nonnen dieses versunkenen Klosters nächtlich in weißen Gewändern am Rande des Sees saßen und sangen. Ein weiterer sagenhafter Hinweis findet sich in dem Reisebericht des Jesuiten Elias Gregorius Loretus aus Rom, der im Jahr 1666 den einsamen See besuchte. Ein fürchterliches Gewitter vertrieb damals Loretus und seinen Begleiter, einen Jäger aus dem Kappeler. Sie flüchteten förmlich vor dem Unwetter, doch Loretus ließ sich erzählen, dass am Wildsee ehedem eine durch Wallfahrt berühmte, schöne ('nobile') Kirche gestanden habe. Inzwischen liege sie jedoch aus unbekannten Gründen auf dem Grunde des Sees. Spiegeln sich in diesen sagenhaften Berichten dunkle Erinnerungen an vorchristliche heilige Orte und weiß gekleidete Priesterinnen wieder? Jenseits des Rheins, im Elsass, sind diese noch heute in vielen Sagen als weiße Feen allgegenwärtig. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert, als Engländer und Holländer damit begannen, mächtige Flottenverbände gegen Spanien aufzustellen, wurden Holzhandel und Flößerei im Schwarzwald ein einträgliches Geschäft. Über Jahrhunderte galt die waldreiche Region als der wichtigste Holzlieferant der Niederlande. Die Tannen- und Fichtenstämme der gewaltigen Flöße, die den Rhein hinabtrieben, waren vorwiegend im Schwarzwald geschlagen worden. Erste Flößerzünfte entstanden im Schwarzwald ab 1527 die Vereinigung der Murgschiffer und die Schifferschaften im Kinzigtal. Noch 1827 schrieb Wilhelm Hauff: "Sie handeln mit ihrem Wald, sie fällen und behauen ihre Tannen, flößen sie durch die Nagold in den Neckar und von dem oberen Neckar den Rhein hinab bis weit hinein nach Holland, und am Meer kennt man die Schwarzwälder und ihre langen Flöße; sie halten an jeder Stadt, die am Strom liegt, an und erwarten stolz, ob man ihnen Balken und Bretter abkaufen werde. Ihre stärksten und längsten Balken aber verhandeln sie um schweres Geld an die holländischen Mynheers, welche Schiffe daraus bauen". Spätestens seit dem 18. Jahrhundert nutzten die Murgschiffer den Huzenbacher See als Wasserreservoir, um für den Taltransport der geschlagenen Stämme eine künstliche Hochwasserwelle erzeugen zu können (Schwallung). Im Sommer 1895 errichtete die Forstverwaltung ein Stauwehr, um den Wasserstand des Sees besser regulieren zu können. Hierdurch konnte der Seespiegel um ein bis zwei Meter auf etwa 7,50 m über Grund angehoben werden. Beim Ansteigen des Wasserspiegels löste sich das frühere Verlandungsgebiet vom Grund und schwamm als ringförmige Insel auf. Die heutige schwimmende Rasenfläche besteht aus einem dichten Geflecht aus Wurzeln, Wassermoosen und jungen Stämmen. Auf ihr gedeiht ein üppiger Pflanzenwuchs. Die große Zahl und eindringliche Art der mit dem See verbundenen Sagen weist auf eine große Bedeutung des Huzenbacher Sees im Volksglauben hin. Bevor der See als Rückhaltebecken für die Flößerei genutzt wurde, sah man in dem Kar einen Eingang in die unterseeische Welt der See- und Wassergeister. kk |
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Vom Huzenbacher und andern Seen Wie der kleine und große Mummelsee ist auch der Huzenbacher See weit berufen wegen der sich in ihm aufhaltenden Seemännlein und Seeweiblein, deren Töchter auch zum Kirchweihtanz nach Hutzenbach gekommen und vom allgemeinen Wasserjungfernlos erreicht worden sind. Das Seemännle in diesem See hatte die hilfreiche Natur der Erdmännle und diente insonderheit einem Bauer, welcher der Frieders-Bauer hieß. Der wollt' es auch gut meinen und ließ ihm ein neues Häs, das ist eine ganze Kleidung, aus Kittel, Weste und Hose bestehend, fertigen, weil des Seemännleins Kleidung gar zu zerfetzt und grasig war und den Moorgeruch an sich hatte. Und da nahm das Männle das Häs, tauchte in den See und soll noch heute wiederkommen. Ebenso ist es auch einem Müller aus Schwarzenberg mit einem Seemännle ergangen. Drei Stunden von Wildbad liegt der wilde See, nach Baden hinwärts, aus dem kamen die Fräulein ins Wildbad und spannen und sangen. Das ist vorbei mitsamt der guten Zeit, und die Zeit ist hin, wo Bertha spann. Da einmal der Karl Herzog versuchen ließ, den wilden See messen zu lassen, wie tief er sei, wie beim großen Mummelsee auch geschehen, so fand das Senkblei keinen Grund, wie tief es immer fiel, und da geschah dem Herzog Ähnliches wie jenen Vermessenen, die des Arendsees Tiefe ergründen wollten, denn es zuckte von unten an der Schnur, und wie sie das Senkblei aufzogen, hing ein Zettel daran, auf welchem geschrieben stand: Wer misset die Wasser mit der Faust und fasset den Himmel mit der Spanne? - So du mich wirst ergründen, wirst meinen Grund du selber finden. Da erschrak der Karl Herzog und ließ ab vom Messen und ließ den Kahn zum Strande fahren. Ohnfern von Schönmünzach liegt noch ein sogenannter wilder See (Huzenbacher See), welcher der Nonnensee genannt wird, man scheut sich ihn zu befahren; in der Mitte soll ein stiller Wirbel sein, der alle Fahrzeuge zur Tiefe zieht. Auch er kann, gleich anderen, nicht vertragen, dass man Steine in ihn hineinwirft. Es stand dort ein Nonnenkloster, und erging damit wie mit dem bei Neuenkirchen im Odenwalde und dem Mönchskloster, an dessen Stelle das Heilige Meer zwischen Freren und Ibbenbüren trat. Noch immer hört man in der Tiefe die Klosterglocken läuten, ja, man hört Gesang und Töne. Ein Bauer zu Schönmünzach soll noch den großen Schlüssel zur versunkenen Klosterkirche haben. Das Gleiche erzählt man sich vom bodenlosen See zwischen Empfingen und Nordstetten. Da zeigt sich vor Gewittern ein schwimmendes Seefräulein mit halbem Leibe. Aber andere sagen, dort habe nicht ein Kloster, sondern ein Wirtshaus gestanden, da sei es hergegangen wie dort beim Tanzteich zu Sachswerfen, es wird auch noch der Tanzplatz gezeigt, wo unter einer alten Linde die Sonntagstänzer unter der Kirche tanzten. Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch. Leipzig 1853 |
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![]() Uferquelle. |
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Von der Nixe und dem lustigen Spielmann des Wildsees
Ein junger Hirte trieb einst seine Kühe herauf zur Weide. Von den Trümmern der Wallfahrtskapelle schaute er herab über den See. Plötzlich drang eine wunderschöne Musik an sein Ohr, wie er sie bisher noch nie vernommen. Es waren die zarten Töne einer Harfe. Die Herde war für ihn vergessen. Er starrte nur noch auf die schwarzbraunen Fluten. Da gingen von der Mitte des Seespiegels Kreise aus, die sich sanft am Ufer brachen. Seine innere Stimme riet dem Hirten, diesen Ort sofort zu fliehen. Aber da war es schon zu spät. Im Mittelpunkt der Wellenkreise tauchte die Nixe des Wildsees mit wallendem Haar herauf, eine goldene Leier in der Hand und kam ans Ufer geschwommen. Hier lustwandelte sie und ließ anmutig ihre zarten Finger über die Saiten gleiten. Dazu sang sie ein betörendes Lied. Es klang so bestrickend schön, dass selbst die Vögel in ihrem Gesang innehielten und zum See geflogen kamen. Rehe traten aus dem Wald und selbst die langsame Schnecke tummelte sich an diesem Tag. Alles was hören konnte, eilte zu dem See. Der Hirtenjunge war vollkommen verzückt. Gesang und Musik galten allein ihm, das hatte er deutlich verstanden: das schönste Fräulein war sein, die überirdisch schönen Töne durfte er jeden Tag vernehmen, falls er der wunderschönen Frau in die Tiefe folgen würde. Da setzte sich die Nixe neben ihn auf die Moosbank und umfing ihn liebkosend. Sie zog ihn mit sich und verschwand mit dem Hirten in den Fluten. Darauf war alles still und niemand hat den Hirten jemals wieder gesehen. Lange danach, den jungen Hirten hatte man längst vergessen, kam einmal das Töchterlein eines Harzreißers aus Buhlbach mit seinen Ziegen an den einsamen See. Das Hirtenmädchen war an das allein sein gewöhnt. Man hatte ihr davon erzählt, dass im Wasser des Wildsees schlimme Geister hausten, die während des Tags als schwarze Fische zu sehen seien. Und so trieb sie die Neugier ans Ufer des Sees. Und tatsächlich, dort von der Mitte her schwammen drei große Fische auf sie zu, ihre großen Augen hatten sie drohend auf das Mädchen gerichtet. Zugleich ertönte eine seltsame Musik aus der Tiefe. Das Mädchen musste an den heiteren Spielmann denken, von dem in der Spinnstube erzählt wurde und dessen Musik immer ein Unheil ankündigte. Da wollte das Mädchen so schnell wie möglich von dem unheimlichen Ort fliehen. Aber nach wenigen Schritten blieb es wie angewurzelt stehen. Oben am Berghang erschien ein vornehmer Herr auf einem prächtigen Pferd. Von der Musik verzaubert, sprengte er spornstreichs den alten, längst nicht mehr benutzten Pilgerpfad herab, geradewegs auf den See zu. Bald waren Mann und Ross in der Tiefe des Wildsees verschwunden und nur der Federhut des Reitersmanns trieb noch einige Zeit auf der Wasseroberfläche. Das Hirtenmädchen wusste nicht zu sagen, wie es nach Hause gekommen war. Niemand konnte zunächst ihre wirren Reden verstehen. Erst ganz allmählich wurde deutlich, dass sie den lustigen Spielmann des Wildsees gehört hatte und eine alte Nachbarin sagte: "Ich wusste ja, dass es in diesem Jahr noch etwas Besonderes am Wildsee geschehen würde, denn in der vergangenen Christnacht hab' ich das Glöcklein der alten Wildseekapelle läuten hören!" Nach Hans Gieseler, Der abenteuerliche Simplizissimus von Grimmelshausen, Leipzig 1931 |
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Die Seeweiblein verspäten sich
Ein Pfarrer aus Simmersfeld ließ sich 1823 auf einer Wanderung von dem einundachtzigjährigen Schmieder Jakob, wohnhaft in der Leinmiß über der Zwickgabel (Schönmünzachtal) folgendes erzählen: Nach Huzenbach ist öfters ein Seemännlein und -weiblein aus dem Huzenbacher See zu besuch gekommen, so dass man ihre Erscheinung allmählich ganz gewöhnt war. Zwei Töchter dieses Ehepaars hatten nun einmal Lust, an einer Hochzeit in Schwarzenberg Teilzunehmen und erhielten dazu die Erlaubnis. Die Burschen verliebten sich in sie und hielten sie gegen ihren Willen bis über Mitternacht auf. Als sie die Burschen heimbegleiteten, waren sie sehr ängstlich. Gerade gingen sie hinter dem Silberbuckel die Schlucht hinauf, da sagte die ältere Schwester zur jüngeren: "Hörst du die Eltern zanken?" "Ach wohl höre ich's", war die Antwort. Die begleitenden Burschen aber konnten durchaus nichts vernehmen. Wenige Schritte vom See nahm man herzlich Abschied, die Burschen baten die Jungfrauen sehr darum, sie möchten bald wiederkommen. Doch die Mädchen seufzten und sagten nur: "Wartet einige Zeit am See! Bleibt das Wasser ruhig, werden wir wiederkommen; doch wenn es sich mit Blut färbt, wisst, dass es uns schlimm ergangen ist." Der eine der Burschen blieb, der andere entfernte sich wehen Herzens. Da, nach längerer Zeit wurde das Wasser unruhig und wallte rot über. Voller Schrecken verließ nun auch dieser Bursch den See und erzählte das traurige seinem Kameraden. Lange Jahre blieben beide ganz verstört und einsilbig. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen, Jena 1930 |
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Hebammendienste bei dem Seeweiblein Das Seemännle holte einst eine Hebamme aus Huzenbach, damit sie seiner Frau bei ihrer Niederkunft beistünde. Als sie zum See kamen schlug das Männle mit der Rute hinein; das Wasser Teilte sich, und eine Treppe erschien, auf der sie ganz trocken hinabsteigen konnten. Drunten lag das kreißende Seeweible in einem schönen Gemach, und es wurde mit Hilfe der Hebamme glücklich entbunden. Das Seemännle fragte, was es schuldig sei, doch die Hebamme wollte nichts nehmen. Daraufhin wurde sie von dem Männle ganz mit Stroh umflochten und ließ das ruhig geschehen. Als Sie aber droben war, machte sie alles wieder los und warf es fort. Nur ein einziger Halm blieb an ihr hängen und der war in schweres Gold verwandelt, als sie heimkam. Nun hat sie eilends nach dem übrigen Stroh gesucht, aber vergebens. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen Jena 1930 |
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Die Magd als Gevatterin
Eine Bäuerin aus Huzenbach war einstmals mit ihrer Magd auf dem Feld und arbeitete. Da erblickte sie ganz nah eine große Krott (Kröte) und sagte zur Magd: "Schlag doch die wüste Krott tot!" Die Magd aber erwiderte: "Nein das tu ich nicht; bei der steh ich wohl noch einmal Gevatter." - Und richtig, es dauerte nicht lange, da wurde die Magd abgeholt, um Gevatter zu stehen, wie sie es bei der Krott versprochen hatte. Sie ging auch mit und man sagte, sie sei in den See geführt worden und sei dort zu Gevatter gestanden. Danach sagte das Seeweible zu ihr: "Nimm diesen Gürtel mit und bind ihn deiner Herrin um den Leib! Dir aber schenk ich dieses Büschel Stroh." Die Magd nahm beides und ging fort, band aber unterwegs den Gürtel, um zu sehen, wie er sich ausnehme, um einen Baum. Da wurde augenblicklich der Baum in tausend Stücke zerrissen. Diese Strafe hätte also ihre Herrin treffen sollen, weil sie die Krott, die nichts anderes als das Seeweible war, hatte töten wollen. Das Büschel Stroh aber hatte die Magd weggeworfen. Nur einige Halme waren ihr am Kleid hängen geblieben und waren reines Gold, als sie daheim ankam. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen, Jena 1930 |
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Der gedeckte Tisch auf dem See
Ein alter Mann aus "Schönmünznach" (Schönmünzach) namens Bernet schnitt in seiner Jugend einmal Weiden am Huzenbacher See. Es war gerade ein schöner Tag, und die Sonne hat so hell und lieblich geschienen, da sah er plötzlich einen Tisch aus dem See heraufsteigen, der war halbrund und hatte drei Füße und stand ganz ruhig auf dem Wasser wie auf festem Boden. Nachdem er lange den Tisch betrachtet hatte, schnitt er noch einige Weiden ab und als er aufsah, bemerkte er ganz deutlich, dass ein purpurrotes Tuch über den Tisch gedeckt wurde. Nach einigem Staunen ging er wieder an seine Arbeit, musste jedoch bald wieder aufblicken und da sah er, wie drei glänzende silberne Löffel auf den Tisch gelegt wurden, zwei an die beiden Ecken des Tisches und einer in die Mitte. Da ward es ihm wunderlich zumut, und er sprang auf und davon. Wäre er geblieben, so hätte er wahrscheinlich sein Glück machen und die Seefräulein erlösen können. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen, Jena 1930 |
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Das Seemännle vom Huzenbacher See Ein Seemännle kam häufig nach Hutzenbach und schaffte in des 'Friedersbauer' seinem Haus, fütterte nachts das Vieh und hatte im Winter auch gewoben. Weil es aber immer so zerlumpt und zottelig daherkam, dachte der Bauer, er müsse den Seemännle auch einmal eine Freude machen und ließ ihm auf Weihnachten ein neues 'Häs', nämlich einen Kittel, eine Weste und eine Hose machen und legte ihm abends den ganzen Anzug auf der Treppe hin. Da nahm das Seemännle zwar das Häs, sagte aber: jetzt sei es ausbezahlt und könne nimmer kommen. Seit der Zeit hat es sich auch in dem Hause nicht wieder blicken lassen. Ebenso hat der Müller aus Schwarzenberg das Seemännle, das ihm lange Zeit mahlen half, vertrieben, weil er ihm einen neuen Kittel machen ließ. Da weinte das alte graue Männlein und sagte: "Jetzt hab ich meinen Lohn und kann nicht mehr kommen!" und ist auch nie wiedergekommen. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen, Jena 1930 |
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![]() Blick aus Seehöhe über den Schwarzwald. |
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Der Wechselbalg Im Huzenbacher See wohnte ehemals ein böses Weib, die war besonders den Buben gefährlich. Wenn einer in die Nähe kam, so Packte sie ihn auf und trug ihn zum See, wo sie ihn lebendig fraß. Doch sind jetzt die Knaben von der Nixe verschont, seitdem ihr einmal eine böse Geschichte passiert ist. Eine Köhlersfrau hatte ein kleines Knäblein in der Wiege daheim und war in den Wald gegangen, um Heidelbeeren zu suchen. Als sie wieder heimkam, hörte sie schon von fern ihr Kind entsetzlich schreien und fand statt ihres Söhnleins einen gräulichen Wechselbalg in der Wiege; der hatte einen wie ein Sester, Augen wie ein Kalb, war aber sonst am ganzen Leib mager und fahl, wälzte sich in seinem Kot und krächzte wie ein Rabe. Die Mutter war in großer Not. Als aber ihr Mann heimkam, so bat sie ihn, den Unhold mit Ruten zu hauen. Das tat er denn auch, während sein Weib vor dem Hause ihr Gebet verrichtete. Da hörte sie auf einmal ihr Söhnlein an dem See weinen, denn ihr Haus stand nahe daran; sie sprang hin und sah ihr rechtes Kind am Ufer liegen. Ihr Mann trug darauf den Wechselbalg an dieselbe Stelle, wo sein Kind am See gelegen hatte. Als die Nixe das sah, fuhr sie auf den Wechselbalg los, zerriss ihn, fraß ihn und verschwand. Der See fing aber schrecklich an zu brausen und zu toben und man glaubt, die Nixe sei von diesem Fraß zersprungen, daher hätten die Kinder jetzt für immer vor ihre Ruhe. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen, Jena 1930 |
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