Obwohl der kleine Weiher direkt neben der Landstraße liegt, scheint die Zeit hier stillzustehen.

Der Heiligenweiher bei Haigerloch

Auf der fürstlich Sigmaringischen Domaine Kremmensee im Oberamte Haigerloch befindet sich ein tiefer schwarzer See, der Heiligenweiher genannt. An der Stelle desselben soll früher ein Nonnenkloster gestanden haben, weil aber die Bewohnerinnen desselben in Üppigkeit und Laster versanken, begab es sich, dass bei einem furchtbaren Unwetter einst sich die Erde öffnete, das Kloster in die Tiefe hinabgerissen ward und an der Stelle dieses Erdfalls sich ein See bildete. Man sagt, dass im Sommer, wenn in Folge der Dürre das Wasser sinkt, tief unten auf dem Grunde desselben das Klostergebäude noch zu erkennen ist. Zuweilen kommen aus dem See ein oder zwei Klosterjungfrauen hervor, gehen in das nahe Städtchen, kaufen dort mit alten Goldmünzen sich Nahrungsmittel oder andere Bedürfnisse ein und kehren dann nach dem See zurück. Einst folgte ein Fleischerbursche einem solchen Fräulein, da sah er unter ihrem Kleide Ziegenfüße hervorschauen und natürlich lief er angsterfüllt davon, denn er wusste nun, wessen Geistes Kind das Weibsbild war.

J.G. Th. Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, Glogau 1868-1871

Top


Kaum erkennbar funkelt der kleine Heiligenweiher zwischen alten Eichen und Pappeln hervor und doch verbirgt sich hier eine eigene kleine Welt.


Naturdenkmal - ein Schild, das Hoffnung macht, dass dieses kleine Paradies auch weiterhin Bestand hat.

Wasser ist mehr als H2O! Bitte helfen Sie uns , die Liste der aufgeführten und besprochenen Brunnen, Quellen und sagenhaften Gewässer zu vervollständigen.

Mit Ihren Bild- und Textbeiträgen können Sie mit dazu beitragen, dass die einstige hohe Bedeutung des Wassers in Volkskunde und Religionen nicht in Vergessenheit gerät. Bitte beachten Sie hierbei, dass wir aus urheberrechtlichen Gründen ausschließlich Fotos verwenden können, die Sie selbst gemacht haben.

Über Ihre Anregungen und Mitarbeit freuen sich Klaus Kramer und Team.