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![]() Der St. Landolinbrunnen im Brunnenhaus an der Kirche. |
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Die Quellen des Landolin in Ettenheimmünster
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Anmerkung zu den Quellen des heiligen Landelin zu Ettenheimmünster Als die Oberrheinebene noch ein großer Sumpf war und das Innere des Schwarzwalds gänzlich unbekannt, siedelten die Menschen lediglich in einigen Talausgängen. Zu dieser Zeit kamen die irisch-schottischen Missionare ins Land um in zähem Vorwärtsdringen den christlichen Glauben unter den Einheimischen zu verbreiten. So gelangte im 7. Jahrhundert der irische Mönch Landelin missionierend ins obere Ettenbachtal früher nach dem keltischen Namen des Bächleins auch Undiztal genannt , und errichtete sich im Wald eine Klause. Der Einsiedler lebte im Einklang mit der Natur und oft kam das Wild an seine Hütte und fraß dem frommen Mann aus der Hand. Dies verdross den Jäger des Stammesfürsten Gisko, der mit seinen Leuten von der nahen Gisenburg aus die Gegend beherrschte. Weil der Jäger den Eremiten für einen gemeinen Wilddieb hielt, hetzte er seine Hunde auf ihn. Doch als die Hunde sich winselnd vor dem Klausner niederkauerten und ihm kein Leid antaten, da war der Jäger davon überzeugt, dass er einen Zauberer vor sich habe und schlug den Missionar kurzerhand tot. An dem Platz, wo Landelins Blut in den Boden drang, so heißt es, seien fünf heilkräftige Quellen entsprungen: eine am Haupt und je eine an den Händen und Füßen des Heiligen. |
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![]() Landelins Tod. Die Deckenfresken in St. Landolin stammen von Anton Morath. |
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Des Wegs kommende Frauen fanden den Leichnam. Sie knüpften eine Bahre und wollten den Erschlagenen zu ihrem Begräbnisplatz tragen. Eine dieser Frauen war blind und nachdem sie die Leiche berührt hatte und sich mit ihren blutbeschmierten Händen über die Augen strich, wurde sie wieder sehend. Als der Leichenzug an die Stelle kam, wo sich heute die Pfarrkirche von Münchweier befindet, war den Frauen der Leichnam so schwer geworden, dass sie eine Rast einlegen mussten. Als sie ihren Weg fortsetzen wollten, wog der Tote so schwer, dass sie ihn nicht mehr hochheben konnten. Die Frauen erkannten dies als himmlisches Zeichen und sie begruben den Heiligen an dieser Stelle. Ein schlichter mittelalterlicher Grabstein hinter dem Hochaltar der Münchweier Kirche bezeichnet heute das Grab. |
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![]() Die Wallfahrtskirche St. Landolin zählt zu den schönsten Barockkirchen am Oberrhein. Rechts das angebaute Brunnenhaus. |
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| Dem Heiligenkalender nach soll der Tod Landolins am 21. September 640 am Ort der heutigen Wallfahrtskirche in Ettenheimmünster erfolgt sein. Die Vielzahl der Wunder, die sich an dieser Stelle nach seinem Tod ereignet haben soll, lockte viele Pilger an. Mehrere Waldbrüder richteten sich hier ihre Klause ein. Zwischen 700 und 733 wurde die Einsiedelei zu einem Kloster mit einem großen Badhaus für Arm und Reich erweitert. Mit der Säkularisation 1803 wurde das Kloster aufgegeben und einige Jahre später abgerissen. Die 1764 im barocken Stil neu errichtete Wallfahrtskirche wurde zur Pfarrkirche ernannt. Von Anton Morath geschaffene Deckengemälde stellen das Leben und den Tod des Heiligen dar. Ein aufwändig gestaltetes silbernes Büstenreliquiar Landolins, das zu den bedeutendsten Werken oberrheinischer Goldschmiedekunst zählt, ist im Chorraum zu bewundern. | ||||||||||||||
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![]() Das wunderbar schmeckende Quellwasser von Ettenheimmünster ist in der weiten Umgebung sehr beliebt. |
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Im Brunnenhaus neben dem Eingang der Barockkirche sprudelt noch heute aus vier Brunnenröhren der wundertätige Landelinusbrunnen. Das Wasser soll gegen fiebrige Erkrankungen und bei Augenleiden helfen. Der Brunnen ist heute noch das Ziel von Wallfahrern und Freunden des Landelinuswassers. Gegenüber der Kirche erquickt der Rossbrunnen mit seinem köstlichen Nass aus der Rossbrunnenquelle Mensch und Tier. Mit Sicherheit reicht die Geschichte der Landolinsquellen bis weit in vorchristliche Zeiten zurück. Man nimmt an, dass sich hier bereits in alter Zeit ein Quellheiligtum befunden habe, das später in die christliche Landelinslegende eingewoben wurde. |
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![]() Von umgestürzten Bäumen und morschem Geäst bedeckte Heidenpyramide und Heidenkeller im Klosterwald oberhalb des Dörfchens Ettenheimmünster. Wurzelwerk zerstört die letzten Reste des alten Gemäuers. Es ist bedauerlich, dass bei uns Relikte aus vorchristlicher Zeit schutzlos dem Verfall preisgegeben werden. |
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Auf den Höhen rund um Ettenheimmünster und im angrenzenden Klosterwald findet man vielerorts Reste alter Befestigungsanlagen aus frühgeschichtlicher Zeit, die dem Tal und den Quellen Schutz boten. Über den sogenannten Heidenkeller besagen Eintragungen im Pfarrarchiv Münchweier aus dem 17. Jahrhundert, "dass die Bewohner des Dorfes diesen Ort, den ihre Vorfahren als Fluchtstätte errichtet haben, kannten und in Notzeiten selbst wieder als Fliehburgen aufsuchten". Hier soll ein Schatz ruhen, der vom Teufel selbst bewacht würde, und der nur in der Christnacht gehoben werden könne. Unweit des Heidenkellers findet man Reste einer ausgedehnten Befestigungsanlage, deren Bauprinzip auf einen jungsteinzeitlichen Bau schließen lässt. Auch nennt die Sage auf einem der Berggipfel, nahe der vorchristlichen Gisenburg, einen 'Donners-' oder 'Dundersplatz'. Ob sich diese Ortsbezeichnung auf den angeblichen Widerhall einer tief im Berg beschriebenen Höhle bezieht oder auf den heidnischen Kultplatz des germanischen Obergottes Donar verweist, darüber streiten sich die Geister. Gruselgeschichten von Hexen und Teufeln sind auf jeden Fall dazu angetan, gutgläubige Menschen von diesen Plätzen fernzuhalten. kk |
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![]() Der das ganze Jahr stark schüttende Rossbrunnen gegenüber der Wallfahrtskirche wird von der Rossbrunnenquelle gespeist. |
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St. Landolins Bad Aus Schottland kam der Missionar Landolin in diese Gegend. Damals standen bloß einige Hütten daselbst und in einer derselben wohnte ein redlicher Mann, Edulf genannt, mit Weib und Kindern. Der gab dem Pilgrim ein Obdach, bis er ausgerastet hatte. Nachdem Landolin ihm dafür mit Erteilung seines Segens gedankt, zog er weiter hinauf und suchte ein abgelegenes Plätzchen zu seiner Niederlassung. Ein solches fand er in dem friedlichen Waldtale, wo der Lautenbach und die Undiz sich vereinigten und baute sich daselbst eine Klause. Selbst das Wild des umliegenden Forstes schien von der Sanftmut und Frömmigkeit des Einsiedlers bezaubert, kam oft vertraulich aus seiner Hand zu essen und rettete sich in seine Hütte als in die sicherste Freistätte vor den Verfolgungen der Jäger. In geringer Entfernung von der Stelle, wo Landolin wohnte, hatte sich der Häuptling der Gegend namens Gisok (sonst auch Gisko genannt) auf den Trümmern eines Römerkastells eine Burg gebaut, deren Reste noch heutzutage die Gisenburg heißen.1.) Ein Jäger Gisoks traf den frommen Mann, als er eben ein Fleckchen Feld bei seiner Klause urbar machte und erschlug ihn, teils aus Grimm, dass so viel Wild sich in dessen Freistätte flüchtete, teils bloß von roher Mordlust getrieben. Da entsprangen aus dem Boden, den das Blut des Märtyrers überströmt hatte, fünf Heilquellen, die jetzt St. Landolins Bad heißen und noch häufig besucht werden. Edulf und die Seinigen ahnten nichts Gutes, als sie so lange Zeit ihren alten Gast nicht mehr im Tale sahen. Sie gingen aus, ihn aufzusuchen und fanden seinen blutigen Leichnam, den sie unter heißen Tränen und unter Verwünschungen des Mörders begruben. Auf dieser Stelle bauten sich nachher Mönche ein Kloster und der Ort erhielt den Namen Mönchszell. 1. Im achten Jahrhundert wurde sie zerstört und die Steine später zum Bau des Klosters Ettenheimmünsters verwendet; den Platz, wo das Schloss stand, deckt nun Wald, man nennt aber die Stätte noch jetzt Heidenkeller. A. Schnezler, Badisches Sagenbuch, Karlsruhe 1846 |
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![]() Auch der Rossbrunnen spendet ein ausgezeichnetes Wasser. |
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