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Der Blindensee bei Schönwald im Schwarzwald
48° 07' 51'' N, 8°11' 26'' O, Alt 985 m üNN |
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Anmerkungen zum Blindensee Der Blindensee - ein verwunschener Hochmoorsee liegt an der Grenze zwischen den Ortschaften Schonach und Schönwald im Schwarzwald. Über einen oberirdischen Abfluss verfügt der See nicht. Auf den moorigen Feuchtflächen in der nächsten Umgebung wachsen Krüppelkiefern und seltene Pflanzen wie Wollgras, Binsen, Seggen, Moosbeere, Fieberkraut, Fettklee, Erika und Sonnentau. Sein dunkles Wasser scheint unergründlich tief. Der Seegrund ist vollständig vermoort. Bereits in 60 cm Tiefe beginnt eine erste Schlammschicht, ohne dass man danach einen festen Boden erreichen kann. Der kleine stille See mit seiner erhabenen Athmosphäre hat die Gemüter der Menschen schon seit frühen Zeiten bewegt. Bis weit ins Mittelalter hinein war man der Überzeugung, dass sämtliche Gewässer im Innern der Erde durch ein weit verzweigtes wasserführendes Höhlensystem mit dem unterirdischen Ozean in Verbindung stehen und somit miteinander verbunden sind. Auf Grund dieser Vorstellung war es durchaus plausibel, dass ihre Tiefe bodenlos sei, denn diese reichte ja bis auf den Grund des Urmeeres hinab. Somit war es für die Menschen auch glaubhaft, dass ein im Blindensee versunkenes Fuhrwerk, 60 km weiter, bei Kehl am Rhein wieder aufgetaucht sein könnte, wie nachfolgende Sage berichtet. Auch vom Titisee und vielen anderen stillen Gewässern erzählt die Sage, dass sie bis ins Urmeer hinabreichen und dass dieser gewaltige unterirdische Ozean einst durch diese Gewässer ausbrechen könnte. Am Titisee ist es eine alte weiße Frau, die die Öffnung des Sees mit ihrer Haube verschlossen hat und den See dadurch am Ausbrechen hindert. Jedes Jahr verfault ein Faden dieser Haube und wenn der letzte Faden verschwunden ist, wird auch hier der See ausbrechen und alles Land überschwemmen. Der heutige Name "Blindensee" ist von dem Hofgut Blindenhof abgeleitet, zu dem das Naturschutzgebiet noch immer gehört. Das hier befindliche Wohnhaus des Hofs wurde bereits 1908 abgerissen und an Stelle eines abgebrannten Gebäudes in Schonach neu errichtet. Der Namen des Hofes wurde von seinem sechsten Besitzer, dem erblindeten Bauern Gabriel Kern (1690-1771) abgeleitet. Der stille Moorsee ist durch das ihn umgebene Moor über Bohlenwege erreichbar. Doch leider wird die einstige Stimmung des wunderschönen Sees durch die in den vergangenen Jahren in allernächster Nähe installierten Windräder negativ beeinflusst. Man kann bei diesen Windrädern durchaus von einer unverantwortlichen und kurzsichtigen Umweltverschmutzung sprechen. |
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Das Ochsengespann im Blindensee Auch soll einst ein Bauer aus der Umgebung mit seinem Ochsengespann in den Bereich des Hochmoores geraten sein. Vermutlich hatte der Bauer, der den Wagen lenkte, unterwegs dem Kirschwasser etwas reichlich zugesprochen und war auf dem Kutschbock eingeschlafen. Während des Traums zog er den falschen Zügel und lenkte sein Gespann dadurch direkt in das Moor. In dem Morast versanken alsbald Wagen, Tiere und der Bauer. Drei Tage später, so erzählt man sich, sollen das Gespann, samt Bauer, in der Nähe von Kehl am Rhein wieder ans Tageslicht gekommen und gesehen worden sein. Nach einer in Schönwald erzählten Volkssage |
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Der Blindensee soll vermessen werden
Vor vielen Jahren versuchten zwei Laienforscher die Tiefe des Blindensees zu loten. Die Unternehmung zog sich hinaus und es soll bereits gegen die abendliche Dämmerung gegangen sein, als die beiden mit ihrem kleinen Boot in Richtung Seemitte steuerten. Da rief die Stimme des Seegeistes aus der Tiefe: "Willst du mich messen, so muss ich dich fressen!". Von dieser Geisterstimme erschreckt, ruderten die beiden ihr Boot so schnell sie nur konnten an Land und verließen fluchtartig den unheimlichen Ort. Nach einer in Schönwald erzählten Volkssage |
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Der Blindensee im Schwarzwald Auf der Hochfläche zwischen Schönwald und Schonach liegt der Blindensee. Vor langer Zeit drohte er einmal auszubrechen und das Tal zu überschwemmen. Da kam die Mutter Gottes und spannte ein Netz von Fäden vor die Öffnung, wodurch das Wasser wie durch einen Damm zurückgehalten ward. Jedes Jahr aber verfault einer der Fäden und wenn alle verwest sind, dann bricht der See heraus und überschwemmt das ganze Tal. Dies geschieht am Bartolomäustag, wenn in Triberg Jahrmarkt gehalten wird. Zwei Bauernhöfe, deren Inhaber streitbare Nachbarn waren, sollen einst an der Stelle des heutigen Blindensees gestanden haben. Ein Blitz vernichtete beide Höfe und die dadurch entstandene Bodensenke füllte sich dann allmählich mit Wasser. Johannes Künzig, Schwarzwaldsagen, Jena 1930 |
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