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![]() Die Belsener Kapelle 1841 - ursprünglich ein heidnischer Tempel. Am Zugang befand sich ein Kultbrunnen, der heute jedoch verschüttet ist. |
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Die heidnischen Bilder am Belsener Kirchlein Am Fuße des Farrenbergs, mehrere Schuss weit außerhalb des Dorfes Belsen, liegt auf einem schönen, freien und erhobenen Platze das uralte Belsener Kirchlein. Hier sollen schon die Heiden in alten Zeiten ein Heiligtum gehabt und ihren Göttern daselbst geopfert haben. Auf dem freistehenden, oben ganz ebenen Farrenberge, dessen Hochfläche noch jetzt, indem sie rings umzäunt wird, den ganzen Sommer als Viehweide dient, sollen die Opferfarren oder Stiere geweidet haben. Am östlichen Ende der Kirche, die jetzt mit einem neueren Chor umgeben ist, zeigt man auch noch einen hervorstehenden, durchlöcherten Stein, woselbst man die Farren beim Opfern festgebunden haben soll. An der Westseite, wo die Haupttür ist, mit einem vorgotischen (byzantinischen) Bogen, befinden sich mehrere alte Bilder eingemauert. |
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![]() Die Westfassade mit den Figurendarstellungen. |
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| Zunächst ist in dem Bogen über der Tür ein Kreuz zu sehen, rechts daneben sieben zackige Kreise oder Sonnen. Unmittelbar auf dem Türbogen steht ein Stein mit einer zwergartigen, dicken, langarmigen Figur, vom Volke 'der kleine Bel' (Beel) genannt. - Im Giebel des alten Baues, der jetzt durch ein neueres Dach entstellt worden ist, befindet sich wiederum ein Kreuz, aber größer als das untere. Unter diesem Giebelkreuze sind auf einem einzigen Steine zwei Widderköpfe, und zwar, wie alle diese Bilder, in erhabener Arbeit, dargestellt. Links daneben sind zwei Kreise oder Sonnen, eine größere und eine kleinere. - Unmittelbar unter den Widderköpfen kommt eine zweite menschliche Figur, 'der große Bel', mit eng anliegenden Armen und einwärts gekehrten Füßen. Das Bild ist wenigstens doppelt so groß, wie das des 'kleinen Bel'. - An der linken Seite des großen Bel ist ein Stierkopf eingemauert und unter demselben eine Sonne; an seiner rechten dagegen befinden sich auf einem gleichgroßen Steine zwei Tierköpfe, die man sonst wohl für Widder gehalten hat, die aber offenbar Schweinsköpfe sind. | ||||||||||||||
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![]() Der 'große Bel' umgeben von den Köpfen der Opfertiere. An den unterschiedlichen Steinoberflächen ist die ursprüngliche Neigung des Daches deutlich zu erkennen. |
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Sehr merkwürdig ist noch eine runde Öffnung an der Ostseite des alten Baus. Sie öffnet sich trichterförmig nach außen, wie nach dem Innern der Kirche zu; in der Mitte der Mauer, wo diese zwei zusammenstehenden Trichter den engsten Raum bilden, ist die Rundung des Steins schraubenartig geringelt. Wenn nun die Sonne zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche (am 22. März und am 22. September) ihre ersten Strahlen grad durch diese Öffnung in die Kirche wirft, so bildet sie in dem inneren Halbkreise der Westtür ein schönes, großes Lichtkreuz, ganz entsprechend dem steinernen Kreuz an der äußeren Seite. Es müssen aber die Fenster, die man erst in neuerer Zeit eingesetzt hat, verhängt werden, denn ursprünglich hatte die Kirche nur die noch vorhandenen ganz kleinen Fensterchen, so dass es nie hell darin ward. - |
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![]() Der 'kleine Bel' über dem Eingangstürbogben an der Westfassade. |
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Jenes Lichtkreuz hielt man sonst für eine bloße Sage; neuere Versuche haben aber gezeigt, dass es seine volle Richtigkeit damit hat. Leider wird das Kreuz durch neu gebaute Kirchstühle gestört und unterbrochen; aber sichtbar ist es an den beiden Jahrestagen immer noch, dauert aber ganz schön nur etwa eine Minute lang. Weit schwächer sieht man es auch schon die Tage vorher und nachher. An der Südseite der Kirche befindet sich ebenfalls eine Türe, aber klein und schmal. Auch hier sind in dem Halbkreis des Türbogens einige Sonnen ausgehauen. Dieser flache Stein mit den Sonnen an der West- wie an der Südtür ist heller, als alle übrigen Steine des Gebäudes, ohne deshalb irgendwie jüngeren Ursprung zu verraten. Es ist vielmehr ein von Natur aus gelblicher Stein. |
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![]() Der Eingang in der Südwand der Kapelle mit Sonnensymbolen ist in gelblichem Sandstein ausgeführt. |
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Ganz in der Nähe der Kirche, hart an dem alten Wege, der auf den Farrenberg führt, hat man vor einigen Jahren auf einer Wiese einen schön ausgemauerten, mit Erde ausgefüllten Brunnen entdeckt, denselben aber leider nicht ausgegraben, sondern nur die Steine sechs Schuh tief abgebrochen und in Belsen verbaut. Diese Steine sind von derselben Art, wie die zur Kirche verwandten und finden sich in der Nähe nicht. Indes schon bei Rottenburg am Neckar sollen sie vorkommen. Ernst Meier, Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, Stuttgart 1852 |
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![]() Blick in den Innenraum der Kapelle. In der Wand rechts oben, neben dem Chor, das ehemalige Sonnenloch. Dort, wo sich heute der Altarraum befindet, war einst der Haupteingang des Tempels. |
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![]() Der rekonstruierte Grundriss des früheren Tempels. Gut sind die ursprünglich sehr kleinen Fensteröffnungen zu erkennen. Rechts, wo sich heute der Chorraum befindet, befand sich früher der Haupteingang des Tempels. Neben dem ursprünglichen Eingang ist das Sonnenloch zu erkennen. |
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![]() Die Belsener Kapelle von Südosten gesehen. Mit geringem architektonischen Feingefühl wurde dem ursprünglich romanischen Grundbau ein hölzerner Glockenturm, der Chor und das Gebäude mit der Sakristei angefügt. Durch den entstellenden Anbau der Sakristei wurde das Sonnenloch unbrauchbar gemacht. |
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