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| Der Abt mit der Kröte im Leib | ||||||||||||||
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| Der Abt mit der Kröte im Leib
In der Klosterkirche von Alpirsbach befindet sich der Grabstein des einstigen Abtes Alexius (1505-1523). Er zeigt den Klostermann als Gerippe mit einer Kröte im Leib. Man sagt, der Abt habe sich eines Tages vom Kloster entfernt. Die einen sagen, er habe genug vom Klosterleben gehabt und sei sündigend und frevelnd durchs Land gezogen, die anderen er sei lediglich spazieren gegangen. Es sei jedoch so heiß gewesen, dass ihm der Schweiß aus allen Poren rann. Daher stürzte sich der Klostermann auf die nächste Quelle und trank so hastig und viel, dass er in seiner Gier nicht bemerkte, wie er ein Krötenei hinunter schluckte. Die Kröte schlüpfte in seinem Magen und wuchs und wuchs und verzehrte dabei des Abtes ganze Lebenskraft. Schließlich habe die Kröte den Abt umgebracht. kk Verwendete Literatur: Zur Bedeutung der Kröte im Volksglauben: Die mittelalterliche aus dem Altertume übernommene Anschauung, dass die Kröte giftig sei, hat sich im Volke bis heute erhalten: Man muss sich vor ihr hüten; denn, wenn sie den Menschen beißt, "anseicht" oder "anpustet", d.h. ihren giftigen Saft anspritzt, entstehen an der getroffenen Stelle böse und schwer heilbare Geschwüre. Man warnt die Kinder sogar, hinzutreten, wo eine Kröte gesessen hat. Man hält sie für so giftig, dass man ihr zwei Lebern zuschreibt. Man bereitete deshalb Gift aus ihr. Als Mittel gegen diese Vergiftung wird im Harz angeraten, binnen 1224 Stunden an dieselbe Stelle zu gehen, wo die Kröte einen angespritzt hat; dann komme sie wieder und sauge das Gift aus dem Körper heraus. Sonst könne einem nichts auf der Welt helfen. Da und dort gilt die Kröte als unverwundbar oder heißt es, dass es unmöglich sei, sie vor Sonnenuntergang vollends zu töten, sie werde sehr alt; ihre roten Augen rühren davon her, dass sie sie sich wegen einer Ehrenkränkung rot geweint hat. [...] Fast allgemein verbreitet herrscht heute noch die Meinung, dass, wenn man Krötenlaich in Wasser trinke, man Kröten im Leib bekomme, und dass diese Kröten lang im Menschenkörper leben könnten. [...] Dem ganzen Mittelalter galt die Kröte als Symbol des Geizes und des Neides; der Geiz wurde oft in Gestalt einer Kröte dargestellt. Diese Anschauung stammt von dem Glauben, dass die Kröte sich von Erde ernähre, aber sich nie davon satt, sondern tagtäglich nur so viel fresse, als sie in ihrem linken Fuß fassen könne, aus Angst, sie könne die Erde sonst auffressen und hätte dann keine Nahrung mehr. [...] Während die Kröte bei den Griechen und nach einzelnen Belegen auch im Mittelalter als glückbringendes Tier betrachtet wurde, geht man ihr in Siebenbürgen aus dem Wege, weil es eine Hexe sein kann. Wenn eine Kröte auf der Schwelle des Hauses sitzt, ist es nach bernschem Volksglauben ein schlimmes Vorzeichen; doch wagt man nicht, sie zu entfernen, aus Furcht vor noch größerem Unglück. Eine Kröte in der Stube bedeutet Unglück (Ostpr.). Wenn an Silvester eine Kröte im Hause ist, stirbt ein Glied der Familie innerhalb eines Jahres. Dem, "der den Teufel hat", verkündet ihre Begegnung Unglück und Tod. Sie begleiten den Wanderer, in dessen Familie ein Todesfall bevorsteht. "Wemmr ene draußen uf'n Fald unnerm Misthaufen d'rwischen", glaubt der erzbirgische Bauer, "dar gihts schlacht, dä mit dar hot's wos". Wird in Hettingen (Baden) zufällig eine Kröte in eine Garbe eingebunden, so fällt der Erntewagen sicher um. Frauen erschien es in Engelberg (Unterwalden) als schlimme Bedeutung, wenn vor ihnen eine Kröte quer über den Weg ging. Um dem Unheil zu entgehen, spießt man die Kröte (oder Blindschleiche), die über den Weg kriecht, auf und sagt: "Heit ist a heiliga Son- oder Man-Ta." Weitverbreitet ist der Glaube, dass es Unglück bringe, wenn eine Kröte die Haare eines Menschen in ihr Nest ziehe. In Böhmen siecht er infolgedessen unrettbar dahin, in der Schweiz wird er blind (Sargans) oder bekommt er das "Hîfallend" (Epilepsie) (Graubünden) oder verliert er den Verstand (Norwegen). Sagt man zu einem Menschen oder einem Tier: "Du Kröte", dann nimmt der so Angeredete drei Tage lang ab. Vor allem Kinder darf man nicht "Kröte" nennen, weil sie sonst nicht mehr wachsen. [...] Bächtold-Stäubli in: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, 5. Band, Berlin 1933 |
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| Das böse Tier im Kloster zu Alpirsbach
Im Kloster steht ein Beingerüst, J. Bitzer in: Heimatbuch für den Bezirk Freudenstadt, 1922 |
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