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| Die Erschaffung der Welt in den Upanishaden
Bei den Upanishaden handelt es sich um eine Sammlung philosophischer Schriften des Brahmanismus. Sie sind Bestandteil des indischen Veda (Sanskrit: Wissen). Heute sind rund 150 Upanishaden bekannt, wovon allerdings nur 108 offiziell anerkannt werden. Die Texte wurden sowohl in Prosa als auch in Versform verfasst. Man nimmt an, dass die Upanishaden zwischen 700 v. Chr. und 200 v. Chr. in Indien entstanden sind. |
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Brihadäranyaka-Upanishad 1, 2, 1-3 1. Es war überhaupt nichts hier im Anfang. Diese Welt war vom Tod bedeckt oder vom Hunger, denn Hunger ist Tod. Er schuf den Geist, denn er dachte, ein Selbst zu besitzen. Er wandelte umher, in Verehrung. Durch ihn, der so verehrte, entstand das Wasser [...] 2. [...] was der Schaum des Wassers war, wurde verdichtet; das wurde die Erde. Dabei ermüdete er. Da er ermüdete, da er sich erhitzte, wurde sein Glanz zu Feuer. 3. Er zerteilte sich selbst dreifach, die Sonne ein Drittel, die Luft ein Drittel. Er ist Lebenshauch, dreifach ausgebreitet. |
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Chändogya-Upanishad 111, 19, 1-2 1. Die Sonne ist Brahman das ist die Lehre. Eine Erklärung dazu: Im Anfang war die Welt nichtseiend. Sie wurde seiend. Sie entstand. Da entwickelte sich ein Ei. Es lag ein Jahr lang da. Es sprang entzwei. Die beiden Teile der Eierschale waren ein silberner und ein goldener. 2. Der silberne ist die Erde, der goldene ist der Himmel. Die äußere Eihaut sind die Berge, die innere Eihaut Wolken und Nebel, die Äderchen sind die Flüsse, das Fruchtwasser ist der Ozean. |
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Chändogya-Upanishad VI, 2, 1-4 Hier verkündet der Upanishad-Weise Uddalaka Aruni seinem Sohn Shvetaketu eine vom vorherigen Text abweichende Schöpfungslehre. 1. Seiend, mein Teurer, war dieses am Anfang, eines nur ohne ein Zweites. Einige sagen: Nichtseiend sei dieses am Anfang gewesen, eines nur ohne ein Zweites. Aus diesem Nichtseienden sei das Seiende entstanden. 2. Aber wie könnte es wohl, mein Teurer, so sein? Wie könnte aus dem Nichtseienden das Seiende entstehen? Seiend vielmehr, mein Teurer, war dieses am Anfang, eines nur ohne ein Zweites. 3. Dieses überdachte: Möchte ich viel sein, möchte ich mich fortpflanzen. Da entließ es aus sich die Glut. Die Glut überdachte: Möchte ich viel sein, möchte ich mich fortpflanzen. Da entließ sie aus sich das Wasser [...] 4. Das Wasser überdachte: Möchte ich viel sein, möchte ich mich fortpflanzen. Da entließ es aus sich die Nahrung [...] S. Radhakrishnan, The Principal Upanishads. New York 1953; Paul Deussen, Sechzig Upanishads des Veda, 3. Auflage Leipzig 1921; Nachdruck Darmstadt 1963 |
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