Babylonische Kosmogonie

Der Text des babylonischen Weltschöpfungsepos, das vermutlich im 12. oder 11. Jahrhundert v. Chr. niedergeschrieben wurde, besteht aus sieben Tafeln mit fast 900 Zeilen. Nachfolgend ein Auszug mit der Entstehungsgeschichte der Welt.

Als droben der Himmel noch nicht benannt war
Und der feste Grund unten noch nicht benamt war,
Als nur der uranfängliche Apsu, ihr Erzeuger,
Und Mummu-Tiamat, sie, die alle gebar,
Ihre Wasser vereinigten.
Als noch kein Schilf, kein Marschland erschienen war,
Als noch keine Götter entstanden,
Ihre Namen noch unbekannt, ihre Geschicke unbestimmt waren,
Da wurden die Götter in ihrer Mitte erschaffen.
Lahmu und Lahamu traten hervor, mit Namen wurden sie genannt.
In langen Zeiten wuchsen sie an Alter und Gestalt.
Anschar und Kischar wurden geschaffen, die anderen überragend.
Sie lebten viele Tage, lange Jahre hindurch.
Anu war ihr Sohn, seinen Vorfahren ebenbürtig;
Ja, Anschars Erstgeborener, Anu, war sein Ebenbild.
Anu erzeugte als Seinesgleichen Nudimmud.
Dieser Nudimmud war seines Vaters Meister,
Weise, verständig, gewaltig an Stärke,
Bei Weitem mächtiger als sein Großvater Anschar.
Unter den Göttern, seinen Brüdern, kam keiner ihm gleich.

Isaac Mendelsohn (Hrsg.), Religions of the Ancient Near East, New York 1955. Hartmut Schmökel, Mesopotamische Texte. In: Walter Beyerlin (Hrsg.), Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten Testament, Göttingen 1975

Wasser ist mehr als H2O!

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