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![]() Der Teich von Bethesda. |
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| Anmerkungen zum Teich von Bethesda in Jerusalem
Bis ins 19. Jahrhundert konnte der bei Johannes 5,2 erwähnte heilkräftige Teich Bethesda archäologisch nicht nachgewiesen werden. Bibelkritiker waren bis dahin der Meinung, Johannes habe die besagten fünf Hallen oder Säulen lediglich symbolisch gemeint. Sie stünden für die fünf Bücher Mose und sollten die Bedeutung Jesu gegenüber dem Alten Testament unterstreichen. Befürworter vermuteten das Gewässer im Nordosten der Altstadt Jerusalems, in einem Stadtteil, der bereits seit dem 1. Jahrhundert Bezetha (‚Neustadt’) hieß. Andere leiten den Namen vom aramäischen „beth hasada“, „Haus der Gnade“ ab. Nach dem Johannes-Evangelium (Johannes 5, s.u.) war der Teich Bethesda, dem man heilende Kräfte nachsagte, von fünf Hallen umgeben, in denen Kranke, Blinde, Gelähmte und Gebrechliche warteten, dass ein Engel das Wasser bewegen würde. Sobals dieses Ereignis eintrat, so hieß es, würde derjenige, der als erster in das Wasser stieg, von allen seinen Leiden geheilt werden. Johannes beschreibt, wie Jesus einen seit 38 Jahren bettlägerigen Kranken gehend machte, damit er eine Chance hat, vor den anderen am Teich wartenden Kranken das Wasser zu erreichen. Erst 1856, nachdem der Sultan das betreffende Gelände den Franzosen für Grabungen geschenkt hatte, begann eine gezielte archäologische Suche nach dem heilkräftigen Teich. 1888 stieß man in der Nähe der 1142 von Kreuzfahrern errichteten Kirche der heiligen Anna auf die Überreste eines älteren Gotteshauses. Unter dieser stieß man auf eine Krypta, deren Nordwand durch fünf Bögen unterteilt war. Hier fanden sich Spuren eines Freskos mit einem Engel, der eine Wasseroberfläche in Bewegung setzt. Weitere Grabungen brachten unterhalb der Krypta Treppenstufen zutage, die zu einem Gewässer hinabführten. Hier fand man fünf zu einem Teich hin geöffnete Hallen, auf deren Stützpfeilern die Bögen der Nordwand der darüber befindlichen Krypta ruhten. |
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![]() Niedergang zum Teich |
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Das insgesamt rund 5000 Quadratmeter große Gewässer war ein durch eine 6,50 m breite Mauer geteilter Doppelteich. Beide Hälften hatten einen trapezähnlichen Grundriss. Der gesamte Teich war von vier Säulenhallen umgeben. Eine fünfte war auf der Trennmauer errichtet. Das nördliche Teichbecken war vielleicht als Wasserreservoir bereits in vorexilischer Zeit (800 bis 600 v.u.Z) in den Felsen geschlagen worden. Während der Ausgrabungsarbeiten stieß man hier auf Überreste von jüdischen Ritualbädern. Das Südbecken war etwa um 200 vor unserer Zeitrechnung entstanden. Aus derselben Zeit stammte eine Bäderanlage, die an der Ostseite des Gewässers um eine Zisterne herum angelegt war. Später wurde an dieser Stelle unter Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) ein Serapis-Asklepios-Heiligtum errichtet. Asklepios gilt als der Gott der Heil- und Kräuterkunde sowie der Chirurgie. Er konnte sogar Tote erwecken. Die Heilung im Asklepios-Kult geschah in der Regel dadurch, dass der Kranke im Tempel des Gottes schlief. Im Traum wurden ihm dann geeignete Behandlungsmethoden oder Kräutermixturen offenbart. Serapis dagegen war ein Gott der Unterwelt und der Fruchtbarkeit des Getreides. Im 5. Jahrhundert entstand durch die Byzantiner über der heilkräftigen Teichanlage eine Basilika. Diese Maria geweihte Kirche wurde 614 n. Chr. durch die Perser zerstört. Auf ihren Trümmern errichteten Kreuzfahrer eine kleine Kirche, von der heute noch Reste erhalten sind. 1131 entstand ebenfalls durch Kreuzfahrer südöstlich des Teiches Bethesda zu Ehren von Marias Mutter Anna, die angeblich hier gelebt haben soll, eine große Kirche. Die lange Geschichte des Gewässers macht deutlich, dass der Teich Bethesda schon in vorchristlicher Zeit ein heiliger und heilkräftiger Teich der Juden war, der später, wie so oft, vom Christentum annektiert wurde. kk |
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![]() Die Ruinen des Teichs von Bethseda um 1900. |
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Das Evangelium des Johannes, Kapitel 5, 1-8:
5:1 Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. 5:2 Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Bethesda und hat fünf Hallen, 5:3 in welchem lagen viele Kranke, Blinde und Lahme, Verdorrte, die warteten, wann sich das Wasser bewegte. 5:4 (Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und bewegte das Wasser.) Welcher nun zuerst, nachdem das Wasser bewegt war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war. 5:5 Es war aber ein Mensch daselbst, achtunddreißig Jahre lang krank gelegen. 5:6 Da Jesus ihn sah liegen und vernahm, dass er so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 5:7 Der Kranke antwortete ihm: HERR, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich bewegt, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steigt ein anderer vor mir hinein. 5:8 Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin! Luther-Bibel, 1912 |
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